Wie jedes andere Unternehmen kann auch ein Stromanbieter pleite gehen. Gerade in Zeiten, da sich Stromanbieter bezüglich der Preise ständig unterbieten, bezweifeln Experten ob der ein oder andere Stromanbieter noch rentabel wirtschaftet. Doch was passiert, wenn ein Versorger Insolvenz anmeldet? Bekommt man als Kunde keinen Strom mehr, wenn der Stromanbieter pleite geht?
Zunächst einmal die gute Nachricht: Bereits seit etlichen Jahren ist kein Stromanbieter mehr tatsächlich pleite gewesen. Meistens handelt es sich nur um bloße Gerüchte, die bei finanziellen Engpässen immer entstehen. Aber egal ob es sich um ein Gerücht oder eine tatsächliche Insolvenz handelt, niemand muss in Panik ausbrechen. Für den Fall des Falles hat der Gesetzgeber bereits anlässlich der Liberalisierung des Strommarktes eine Regelung getroffen.
Sollte ein Stromanbieter pleite gehen, übernimmt zunächst der örtliche Grundversorger die Stromlieferung. Allerdings wird dieser den Kunden mit großer Wahrscheinlichkeit in den Grundversorgungstarif einstufen. Selbige sind meistens wesentlich teurer als andere Stromtarife, also auch als der bisherige Tarif beim pleite gegangenen Stromanbieter. Der Kunde kann sich jedoch umgehend einen neuen, günstigeren Tarif oder einen anderen Stromanbieter suchen, denn die Kündigungsfristen für Grundversorgungstarife sind recht kurz. In den meisten Fällen ist ein Wechsel sogar schon zum Monatsende möglich.
Sollte ein Stromanbieter pleite gehen, bekommt man auch weiterhin Strom. Nur eine Vorauszahlung ist möglicherweise weg...
(Foto / Abb.: Tobias Kaltenbach / Fotolia.com)
Besser sieht die Situation aus, wenn der eigene Stromversorger pleite geht und ein Konkurrenzunternehmen diesen übernimmt. In diesem Fall müssen die Altverträge zunächst erst einmal übernommen werden. Für den Kunden bedeutet das, er kann den Strom zum gleichen Preis wie zuvor beziehen. Bei einer Preiserhöhung seines Stromanbieters oder nach Ablauf einer Mindestvertragslaufzeit kann er sich wie gewohnt nach einem neuen Anbieter umsehen. Sollten dennoch seitens des Unternehmens Vertragsänderungen durchgeführt werden, muss dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht gewährt werden.
Problematisch wird es für den Kunden nur, wenn er in seinem Stromtarif Vorauszahlungen geleistet hat. Geht ein Stromanbieter pleite, werden zunächst die großen Gläubiger abgefunden. In den meisten Fällen reicht das Haftungskapital danach nicht mehr aus, um den Kunden ihre Vorauszahlung zu erstatten. Auf diesem Betrag bleibt man also meistens sitzen. Trotzdem darf man nicht von Anfang an den Kopf in den Sand stecken: Ist der Stromanbieter pleite und man hat eine Vorauszahlung geleistet, sollte man die Rückforderung auf alle Fälle beim Insolvenzverwalter der Firma anmelden, denn nur so hat man überhaupt eine Chance noch etwas wieder zu bekommen.
Generell muss man es sich als Kunde aber gut überlegen, ob man einen Stromtarif mit Vorkasse oder Sonderabschlagszahlungen wählt. Die Stromtarife mit Vorauskasse sind zwar meist die günstigsten beim Strompreisvergleich, doch es gibt auch günstige Stromtarife mit monatlicher Abschlagszahlung, so dass man auch hier einiges an Geld sparen kann. Mit unserem Stromrechner vergleichen Sie alle bei Ihnen verfügbaren Stromtarife. In den Rechnereinstellungen können Sie die Optionen "Tarife mit Kaution" oder "Tarife mit Vorauszahlung" deaktivieren.
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