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Stromanbieterwechsel ohne Fallen: 5 typische Hürden

Immer wieder einmal hört man von Fallen beim Wechsel zu einem neuen Stromanbieter. Vor einmaligen Boni, plötzlichen Preiserhöhungen und ähnlichem wird in diesem Zusammenhang gewarnt. Was ist dran an der Kritik und wie kann man sich als Verbraucher schützen?

GlühbirneAngst vor Fallen bei der Wahl des neuen Stromanbieters? Unser Ratgeber verrät, worauf man achten sollte.© peshkova / Fotolia.com

Der liberalisierte Strommarkt lässt dem Verbraucher in Deutschland die Freiheit, sich unter einer großen Auswahl an Energieversorgern und Tarifen selbst das passende Angebot zu suchen. In den Medien wird dabei hin und wieder von Fallen und Tricks der Stromanbieter gesprochen, die bei Verbrauchern für Unsicherheit sorgen. Dabei gilt wie bei jeden anderen Vertragsabschluss auch: Stromwechsler sollten sich informieren, denn dann sind sie auf der sicheren Seite.

Fallen beim Stromvertrag: Die wichtigsten Stellschrauben

Genau wie beim Smartphone-Vertrag oder anderen Verträgen gibt es Rahmenbedingungen, die man vor dem Abschluss überdenken sollte. Möchte ich mich auf eine Vertragslaufzeit von zwei Jahren einlassen und sind drei Monate an Kündigungsfrist für mich in Ordnung? Bei Stromverträgen hat man das Glück, das viele Verträge auch kürzere Laufzeiten als zwei Jahre anbieten. Das bringt Flexibilität und damit auch Sicherheit. Die Kündigungsfrist ist ebenfalls so eine Stellschraube: Je kürzer sie ist desto flexibler der Kunde. In jedem Fall sollte man die Kündigungsbedingungen kennen, damit ein Vertrag nicht automatisch verlängert wird. Da hilft ein kleiner Eintrag im Kalender. Mehr Sicherheit bieten auch Stromverträge, die eine Preisgarantie beinhalten.

Fallstricke bei der Kündigung

Übrigens: In unserem Forum wurde hin und wieder von Komplikationen berichtet, wenn es um die Kündigung des Altvertrages ging. Das war zumeist aber auf verwaltungstechnische Schwierigkeiten zurückzuführen, da quasi "doppelt" gekündigt wurde. Die Kündigung übernimmt nämlich der neue Anbieter. Falls vom Stromkunden selbst eine Kündigung eingereicht wird, sollte das bei einem Wechsel über unseren Stromrechner unbedingt angegeben werden.

Seit dem 1.10.2016 dürfen online geschlossene Verträge auch online gekündigt werden (Gesetzesänderung des § 309 Nr. 13 BGB). Die Regel wurde dahingehend geändert, dass die Kündigung von Web-Verträgen nur noch der Textform bedarf, nicht aber mehr der Schriftform. Hierzu empfehlen wir:

eine Kündigung per Mail sollte mit genügend Vorlaufzeit erfolgen

in der Kündigung sollte unbedingt um eine Rückmeldung gebeten werden

die E-Mail-Kündigung sollte in das Archiv verschoben werden

Bei einer Sonderkündigung oder einer eiligen Kündigung empfehlen wir das Einschreiben per Post

Pakettarife, Kautionen und Vorkasse-Zahlungen

Ebenfalls ähnlich wie beim Handyvertrag mit enthaltenen Freiminuten oder Surfvolumen gibt es beim Strom sogenannte "Pakettarife". So ein Tarif kann zur Falle werden, nämlich dann, wenn man im Paket enthaltene Leistungen überzieht. Solche Verträge sollte man also generell nur abschließen, wenn man seinen Verbrauch sehr genau kennt.

Häufig hört man auch von Fallen im Zusammenhang mit Stromanbietern, bei denen per Vorkasse gezahlt oder eine Kaution hinterlegt werden soll. Tatsächlich stellen solche Zahlungen ein Risiko dar. Das gilt aber für alle Branchen. So ist es aber auch dem Kunden selbst überlassen, ob er solch ein Risiko eingehen möchte. Im wirklich allerschlimmsten Fall geht das Unternehmen pleite, an das man die Vorauszahlung geleistet hat und hat eine Menge Geld verloren.

Steckt hinter einmaligen Bonuszahlungen eine Falle?

Oftmals stehen Bonuszahlungen bei Stromanbietern in der Kritik. Die richtet sich aber häufig gar nicht an die Vergünstigung selbst, sondern bezieht sich darauf, dass sich nach der Bonuszahlung der Preis erhöht oder ohne die Bonuszahlung der Stromtarif gar nicht wirklich günstiger ist. Dabei hat aber jeder Stromkunde die Wahl: Nutze ich das Bonussystem aus und wechsle regelmäßig den Anbieter? Oder vergleiche ich die Stromtarife direkt ohne Berücksichtigung einmaliger Boni?

Bei unseren Lesern gab es hin und wieder Beschwerden darüber, das ein Bonus nicht gewährt werden sollte. Achten Sie beim Vertragsabschluss darauf, ob sich der Bonus beispielsweise nur an Neukunden richtet oder ob die Auszahlung noch an andere Bedingungen geknüpft ist. Zumeist lautet eine Anforderung, dass nicht vor Ablauf des ersten Vertragsjahres gekündigt werden darf. Das Kündigungsschreiben darf natürlich trotzdem fristgerecht beim Energieversorger eingehen. Das Datum für den Kündigungstermin, welches im Schreiben aufgeführt wird, ist dann entscheidend.

Fallen bei Ökostromanbietern

Welcher Ökostrom ist eigentlich wirklich öko? Der Begriff "Ökostrom" ist leider nicht geschützt und es gibt eine Fülle an Stromsiegeln- und Labeln, die Strom aus erneuerbaren Energien kennzeichnen sollen. Woher weiß ein Verbraucher dann, dass es sich wirklich um Ökostrom handelt? Die strengsten Siegel stellen wir auf unserer Themenseite vor. Unser Stromrechner zeigt Ihnen außerdem Details zu jedem Tarif an. Dort werden auch die Energiequellen aufgeführt. Zudem kann man sich auch noch mal den Energieversorger selbst anschauen: Produziert der Versorger selbst Ökostrom und betreibt aber nebenbei Kohlekraftwerke?

Insgesamt gilt: Wer sich seinen Stromvertrag genau anschaut und sich vorher informiert, kann bei der Wahl eines neuen Stromanbieters nur schwerlich in Fallen tappen. Definitiv sollte der Stromvertrag und die darin vereinbarten Konditionen genau betrachtet werden.

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