Nachtstrom: Günstig heizen in der Nacht?

Nachtstrom war einst eine günstige Alternative zu Kohle und Öl, doch heute ist das Heizen mit Strom alles andere als günstig. Die Srompreise sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass Nachtspeicherheizungen zu den teuersten Heizungen zählen.

Nachts verbrauchen Haushalte und Industrie weniger Strom als am Tage. Um Kraftwerke dennoch gleichmäßiger auszulasten, wurden sogenannte Nachtstrom-Tarife – auch als Niederstrom- oder Schwachlast-Tarife bekannt – eingeführt. Mit Elektrospeicherheizungen, die in den 70er Jahren gefördert wurden, sollte so ein Teil des Stromverbrauchs in die Nacht verlagert werden.

Nachtspeicherheizungen werden nachts "aufgeladen" und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab. Dank verbilligter Nachtstromtarife konnte eine solche Heizung kostengünstig betrieben werden. In den letzten Jahren mussten Kunden jedoch enorme Preissteigerungen hinnehmen. In den 90er Jahren kostete die Kilowattstunde Nachtstrom rund drei bis vier Cent, heute ein Mehrfaches. Dabei stellt sich die Frage, ob Nachtstrom wirklich noch rentabel ist, denn der Abstand zum "Normaltarif" ist längst nicht mehr so groß.

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Pläne zur Abschaffung von Nachtspeichern wieder gekippt

Das Heizen mit Nachtspeicheröfen ist aufgrund der gestiegenen Strompreise nicht nur teuer, sondern auch uneffizient. Daher hatte die Bundesregierung eigentlich schon das Ende für Elektroheizungen besiegelt. Der zweiten Novelle der Energieeinsparverordnung zufolge sollten die klimaschädlichen Nachtspeicherheizungen nur noch bis Ende 2019 eingesetzt werden dürfen. Von der Regelung waren jedoch keine Eigenheimbesitzer betroffen, sondern nur Eigentümer von Häusern mit mehr als fünf Haushalten. Das Verbot wurde 2013 jedoch wieder gekippt. Man sollte früher oder später trotzdem über den Austausch der alten Nachtspeicherheizung nachdenken, denn mit Nachtstrom zu heizen wird wohl auch in Zukunft nicht billiger werden.

Nachtstrom braucht eigenen Stromzähler

Um einen Nachtstromtarif nutzen zu können, wird ein Zweitarifzähler oder ein zweiter Stromzähler benötigt, damit der Stromverbrauch am Tage sowie der in der Nacht separat erfasst und abgerechnet werden kann. Dies ist mit Kosten verbunden, denn für den Zähler wird ein monatlicher Grundpreis bzw. eine Zählergebühr fällig, die für einen Zweitarifzähler meist höher ist als für einen einfachen Zähler. Zu welchen Uhrzeiten der Nachtstromtarif gilt, ist vom Nachtstromanbieter abhängig. Oft gilt die Nebenzeit von etwa 22 bis 6 Uhr und je nach Stromanbieter auch am Wochenende.

Anbieterwechsel mit Nachtstrom

Nachtstrom-Tarife werden nicht mehr nur von Lokalversorgern angeboten, andere Stromanbieter unterscheiden teilweise ebenfalls zwischen Tag- und Nachtstrom oder Hoch- und Niedertarif. Die Auswahl ist dennoch weniger groß als bei einem "normalen" Stromtarif. Kunden mit einem Nachtstrom-Tarif könnten trotzdem alternativ den Wechsel in einen reinen Hauptzeittarif prüfen. Es ist möglich, dass ein reiner Hauptzeittarif insgesamt günstige ist als HT/NT-Tarif. Ob der aktuelle Tarif wirklich rentabel ist, können Nachtstrom-Kunden mit unserem Stromrechner herausfinden.

Infos zu Nachtstrom und Heizen mit Strom
  • Nachtstrom

    Tag- und Nachtstrom

    Stromtarife nach Uhrzeit: Tag- und Nachtstrom

    Ein Relikt aus den 70er Jahren ist der Tag- und Nachtstrom. Warum zwei Tarife nach Tageszeit getrennt werden, wer heute noch von Tag- und Nachtstrom profitiert und woher das ganze überhaupt kommt, erfahren Sie hier!

  • Heizung

    Nachtspeicherheizung

    Die Nachtspeicherheizung im Wandel der Zeit

    Die Nachtspeicherheizung hat einen eher schlechteren Ruf. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie Strom zum Heizen verbraucht und dadurch im Vergleich zu anderen Heizsystemen als unrentabel gilt. Wer nicht umstellen mag, profitiert immerhin von einer steigenden Anzahl an Anbietern.

  • Zähler ablesen

    Stromheizung

    Stromheizung: Verbrauch und Anbieter prüfen

    Bei der Stromheizung denkt man sofort an horrende Preise. Das muss aber nicht unbedingt der Fall sein. Denn mit der Liberalisierung des Strommarktes gibt es auch hier immer mehr Stromanbieter, so dass ein Wechsel aus der häufig teuren Grundversorgung kein Problem mehr darstellt.