Nachstrom war einst eine günstige Alternative zu Kohle und Öl, doch heute ist das Heizen mit Strom alles andere als günstig. Die Nachtstrompreise sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass Nachtspeicherheizungen zu den teuersten Heizungen zählen.
Nachts verbrauchen Haushalte und Industrie weniger Strom als am Tage. Um Kraftwerke dennoch gleichmäßiger auszulasten, wurden sogenannte Nachtstrom-Tarife – auch als Niederstrom- oder Schwachlast-Tarife bekannt – eingeführt. Mit Elektrospeicherheizungen, die in den 70er Jahren gefördert wurden, sollte so ein Teil des Stromverbrauchs in die Nacht verlagert werden.
Nachtspeicherheizungen werden nachts "aufgeladen" und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab. Dank verbilligter Nachtstromtarife konnte eine solche Heizung kostengünstig betrieben werden. In den letzten Jahren mussten Kunden jedoch enorme Preissteigerungen hinnehmen. In den 90er Jahren kostete die Kilowattstunde Nachtstrom rund drei bis vier Cent, heute sind es elf bis 17 Cent oder gar noch mehr. Dabei stellt sich die Frage, ob Nachtstrom wirklich noch rentabel ist.
Das Heizen mit Nachtspeicheröfen ist aufgrund der gestiegenen Strompreise nicht nur teuer, sondern auch uneffizient. Daher hat die Bundesregierung 2008 das Ende für Elektroheizungen besiegelt. Der zweiten Novelle der Energieeinsparverordnung zufolge dürfen die klimaschädlichen Nachtspeicherheizungen dürfen nur noch bis Ende 2019 eingesetzt werden, danach müssen Sie durch eine effizientere Heizung ausgetauscht werden. Von der Regelung sind jedoch keine Eigenheimbesitzer betroffen, sondern nur Eigentümer von Häusern mit mehr als fünf Haushalten. Doch auch Eigenheimbesitzer sollten früher oder später über den Austausch der alten Nachtspeicherheizung nachdenken, denn mit Nachtstrom zu heizen wird wohl auch in Zukunft nicht billiger werden.
Um einen Nachtstromtarif nutzen zu können, wird ein Zweitarifzähler oder ein zweiter Stromzähler benötigt, damit der Stromverbrauch am Tage sowie der in der Nacht separat erfasst und abgerechnet werden kann. Dies ist mit Kosten verbunden, denn für den Zähler wird ein monatlicher Grundpreis bzw. eine Zählergebühr fällig, die für einen Zweitarifzähler meist höher ist als für einen einfachen Zähler. Zu welchen Uhrzeiten der Nachtstromtarif gilt, ist vom Nachtstromanbieter abhängig. Oft gilt die Nebenzeit von etwa 22 bis 6 Uhr und je nach Stromanbieter auch am Wochenende.
Nachtstrom-Tarife werden nur von Lokalversorgern angeboten, andere Stromanbieter unterscheiden nicht zwischen Tag- und Nachtstrom. Allerdings sollten Kunden mit einem Nachtstrom-Tarif trotzdem den Wechsel in einen reinen Hauptzeittarif prüfen. Es ist möglich, dass ein reiner Hauptzeittarif insgesamt günstige ist als HT/NT-Tarif. Ob der aktuelle Tarif wirklich rentabel ist, können Nachtstrom-Kunden mit unserem Stromrechner herausfinden.
Auslaufmodell Nachtspeicherheizung
Die Nachtspeicherheizung ist aufgrund hoher Preise für Nachtstrom heute kaum noch rentabel. Wer seine alte Nachtspeicherheizung durch eine moderne Heizung ersetzen will, kann Zuschüsse bekommen.
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