Smart Meter - Kleine Helfer beim Energiesparen

Intelligente Stromzähler oder sogenannte Smart Meter sollen Bundesbürger dabei unterstützen, Energie zu sparen. Dafür werden die Verbrauchsdaten elektronisch an den Versorger übermittelt und zwar bis zu vier mal in einer Stunde.

Die 2006 verabschiedete EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen (EDL) sieht vor, bis 2015 neun Prozent Energie einzusparen. In diesem Zusammenhang wurde 2008 der intelligente Stromzähler - auch Smart Meter genannt - vorgestellt. Intelligente Stromzähler sind in der Lage, den Stromverbrauch elektronisch zu erfassen und die gesammelten Daten selbstständig an den Stromversorger weiterzuleiten.

Seit 2010 sollen in allen Neubauten intelligente Stromzähler installiert werden; bis 2022 sollen sämtliche Haushalte mit ihnen ausgestattet sein. Natürlich können Hausbesitzer auch freiwillig einen intelligenten Stromzähler einbauen lassen. Im Schnitt kosten die Geräte einmalig rund 150 Euro, dazu fällt aber zumeist auch eine Installationsgebühr an.

Smart Meter: Wie funktioniert der intelligente Stromzähler?

Der elektronische Stromzähler wandelt die Verbrauchsdaten in digitale Signale um und sendet sie via Funk beziehungsweise Kabel an den Stromversorger. Im Zuge dieser automatischen Fernablesung wird der Zählerstand im Laufe einer Stunde bis zu viermal aktualisiert. Die Daten, die an den Stromlieferanten übermittelt werden, können im Kunden-Login auch vom Verbraucher eingesehen werden. Der Stromverbrauch wird häufig als Kurvendiagramm dargestellt. Somit sind der persönliche Stromverbrauch, die dafür anfallenden Kosten sowie die CO2-Bilanz jederzeit abrufbar. Auf diese Weise können Stromfresser zügig lokalisiert und gegebenenfalls abgeschaltet werden. Zudem kann der Stromkunde z.B. ermitteln, wie viel Energie verbraucht wird, wenn alle Geräte im Standby sind.

Der Zählerstand muss bei einem Smat Meter nicht mehr abgelesen werden. Darüber hinaus verbrauchen die elektronischen Stromzähler fünf bis zehn Prozent weniger Strom als ihre elektromechanischen Vorgängermodelle. Dennoch gilt: Nicht der intelligente Stromzähler spart Strom, sondern der Verbraucher, der durch das Verändern seines Konsumverhaltens und den Einsatz energieeffizienter Geräte seinen Energieverbrauch senken kann.

Mit intelligenten Zählern erneuerbare Energien besser nutzen

Die intelligenten Stromzähler sollen dazu beitragen, das Stromnetz und die Kraftwerksinfrastruktur gleichmäßiger auszulasten, was gerade mit Blick auf den Ausbau erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle spielt. Denn wenn viel Wind weht, wird auch viel Windstrom erzeugt – und dieser kann nicht gespeichert und später verbraucht werden. Wenn also viel Strom erzeugt, aber wenig verbraucht wird, könnte der Strom in dieser Zeit billiger angeboten werden und durch intelligente Stromzähler energieintensive Geräte dann eingeschaltet werden, wenn der Preis niedrig ist. So läuft z.B. die Waschmaschine spät abends, der Kunde zahlt somit weniger für den Verbrauch und spart so Stromkosten.

Mögliche Risiken durch Smart Meter

Nicht nur die Verbraucher erhalten eine detailgenaue Aufstellung ihres Stromverbrauchs, sondern auch die Versorgungsunternehmen, die anhand dieser Daten Rückschlüsse auf die Vorlieben ihrer Kunden ziehen könnten. Kritiker sehen dahin einen weiteren Schritt zum sogenannten gläsernen Bürger. Denn anhand der Stromverbrauchsdaten ließe sich der Tagesablauf exakt nachvollziehen: Wann und wie oft wurde geduscht beziehungsweise Wäsche gewaschen? Welche Geräte werden für die Zubereitung von Mahlzeiten favorisiert - Mikrowelle, Herd oder Ofen? Wann wurde das Haus verlassen? Et cetera. Auch an der Datensicherheit insgesamt wird immer wieder gezweifelt, Gegner fürchten sich beispielsweise auch vor der Fernabschaltung.

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