Mit einem Passivhaus zu niedrigen Energiekosten

Passivhäuser stellen durch ihre ausgeklügelte Wärmedämmung ein wahres Heizwunder dar, die Kosten verringern sich selbst gegenüber einem modernen Neubau um rund zwei Drittel. Was genau macht das Passivhaus so besonders?

Woher kommt der Name Passivhaus?

Ein Passivhaus wird so gebaut, dass man kaum auf eine Heizung zur Wärmeerzeugung zurückgreifen muss. Man verwendet spezielle Fenster, eine sehr gute Dämmung und regelt die Frischluftzufuhr automatisch. In einem Passivhaus wird jegliche Wäre, sei es durch die Sonne, vom Kochen oder durch den Menschen abgegeben, "passiv" genutzt und einer Art Kreislauf zugeführt. Wärme geht nach außen hin nicht verloren, was sich positiv auf die Heizlast auswirkt. Man nimmt einen Heizölgleichwert von unter 1,5 Liter pro Quadratmeter an, das bedeutet, dass sich selbst eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit einer 10-kW-Heizung erwärmen lassen kann. Beim Heizen bleibt man daher also nahezu passiv.

Umwelt und Geldbeutel schonen

Ist solch ein Passivhaus erst einmal gebaut, schont es den Geldbeutel durch den geringen Öl- oder Gasverbrauch. Je nach Wohnungsgröße zahlt man monatlich etwa 10 bis 25 Euro für die Heizung. Das lässt einen bei hohen Rohstoffkosten meist nur mit den Schultern zucken, da diese kaum ins Gewicht fallen. Aber nicht nur der eigene Geldbeutel, sondern auch die Umwelt zieht einen Vorteil aus dem Haus: Durch den geringen Verbrauch von fossilen Energieträgern werden nur kleine Mengen CO2 und andere Abgase freigesetzt.

Welches Prinzip steht hinter dem Passivhaus?

Bei einem Passivhaus legt man sowohl großen Wert auf die Umweltverträglichkeit als auch auf den Wohnkomfort. Das Problem bei gut gedämmten Gebäuden war bisher immer, dass keine ausreichende Belüftung geschaffen werden konnte, da das Gebäude mehr oder weniger luftdicht gemacht wurde. Selbst bei geöffneten Fenstern wurde es schnell wieder stickig und die Dämmung damit außer Kraft gesetzt. Bei Passivhäusern hat man sich eine effiziente Lüftungsvariante überlegt, die gleichzeitig der Beheizung des Gebäudes dient. So erhält jeder Raum Frischluft, die bereits auf die gewünschte Temperatur gebracht wurde. Dies soll den Wohnkomfort verbessern: Ständig frische Luft ohne jeglichen Durchzug oder kurzfristige Temperaturschwankungen. Im gesamten Haus ist es gleichmäßig warm.

Heizwärmebedarf beim Passivhaus

Das Baukonzept des Passivhauses ist mit seinen Vorgaben und Regeln frei verfügbar, sodass jeder einen Nutzen aus dieser effizienten Baumethode ziehen kann. Wichtiges Kriterium für das Passivhaus ist der geringe Heizwärmebedarf. Dieser darf pro Jahr 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen. Diesen geringen Heizbedarf erreicht man durch Spezialfenster, die Wärme von außen durchlassen, jedoch nicht wieder hinaus. Nicht minder wichtig ist das Vermeiden von Wärmebrücken. Ganz zentral ist die Lüftungswärmerückgewinnung, durch welche der "passive" Betrieb des Hauses erst möglich wird.

Den Altbau zum Passivhaus umbauen

Wer bereits ein Haus sein Eigentum nennt, der kann auch sein altes Gebäude zu einem Passivhaus ausbauen lassen. Dabei legt man Wert auf genau die gleichen Eigenschaften wie bei einem Neubau: Gute Isolierung sowohl von Wänden als auch Fenstern, Vermeidung von Wärmebrücken und Wärmerückgewinnung aus der Luft. Die Investition lohnt sich oft bereits nach wenigen Jahren, da die Heizkosten so viel geringer ausfallen.

Unterstützung beim Passivhausbau

Möchte man ein Passivhaus errichten oder sein altes Wohnhaus nachrüsten, so gibt es einige Möglichkeiten, sich von verschiedenen Einrichtungen unter die Arme greifen zu lassen. Bundesweit fördert beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau das Passivhaus, indem sie ein Darlehen mit günstigen Zinsen gewährt. Lokal begrenzt finden sich ebenfalls zahlreiche Fördermöglichkeiten für Passivhaus-Projekte, die beispielsweise in einem Zuschuss zu den Baukosten bestehen können.

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