Die OPEC – ein Kartell ohne Macht?

Die OPEC war einst ein gefürchteter Zusammenschluss erdölfördernder Länder mit viel Macht auf dem Markt. Heute hat sie weitestgehend ihren Schrecken verloren. Wer und was genau ist die OPEC uns was sind ihre Aufgaben?

Die OPEC, ausgeschrieben die "Organisation of Petroleum Exporting Countries", wurde im Jahr 1960 gegründet. Damals schlossen sich die Länder Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela zusammen, um eine gemeinsame Strategie bezüglich der Ölvermarktung zu entwickeln. Man wollte mit den machtvollen Ölkonzernen über Fördermengen und Rohölpreise verhandeln, sodass man größtmöglichen Einfluss auf den Markt erhielt. Das Ziel sollte ein monopolisierter Ölmarkt sein.

Heute sind noch weitere erdölfördernde Staaten Mitglieder: Katar, Indonesien, Libyen, Algerien, Nigeria, Angola und die Vereinigten Arabischen Emirate. Zusammen verfügen die OPEC-Länder über rund drei Viertel der weltweiten Erdölvorräte.

Wieso fürchtete man die OPEC?

Ihren gefürchteten Ruf hat die OPEC hauptsächlich aus den 70er Jahren. Im Jahr 1973 führte Israel gegen Syrien und Ägypten einen bewaffneten Konflikt. In dessen Folge verweigerten die arabischen Länder die Öl-Belieferung westlicher Staaten. Der Ölpreis vervierfachte sich. Die zweite sogenannte Ölkrise wurde 1979 durch die islamische Revolution im Iran ausgelöst. Alle arabischen Staaten erhöhten ihre Ölpreise drastisch.

Die hohen Ölpreise hatten weltweite Folgen. In Industrieländern wurden schwere Rezessionen ausgelöst, in Deutschland wurde der Sonntag als autofreier Tag eingeführt.

Wie bestimmt die OPEC ihren Kurs?

Die OPEC trifft sich grundsätzlich drei Mal im Jahr in Wien. Hier sitzen Vertreter der Mitgliedsstaaten und beraten über die derzeitige Marktlage und legen daraufhin Förderquoten und geforderte Preise fest. Dabei hat jeder Mitgliedsstaat eine Stimme. Um gültige Abstimmungen zu erhalten, müssen mindestens acht von zwölf Mitgliedern anwesend sein und mit den Ergebnissen muss jeder zufrieden sein. Durch die gemeinsame Politik möchte man Druck auf den Weltmarkt ausüben und den eigenen Marktsektor steuern.

Das Problem der Einigung

Mittlerweile hat die OPEC ihren bestimmenden Ruf am Weltmarkt verloren. Die Mitgliederstaaten scheinen sich nicht auf einen Kurs einigen zu können. Durch die steigenden Rohölpreise der vergangenen Jahre wurde in den USA die Gas- und Ölförderung mittels Fracking attraktiv. Die USA stellte wieder enorme Ölmengen auf dem Weltmarkt zur Verfügung. Da auch die OPEC-Länder ihre Förderquoten nicht herunterfuhren, fielen die Preise.

Dies hätte einer Reaktion der OPEC-Länder bedurft, hier konnte man sich allerdings auf kein Vorgehen einigen: Mache wollten die Förderquoten verringern, um das Öl am Markt zu verknappen und somit zu verteuern, andere fürchteten jedoch, den USA dabei den Ball zuzuspielen und bestanden auf die Einhaltung der Förderquoten. Man setzt darauf, dass in den USA ab etwa 2017 das Öl auch mittels Fracking nicht mehr erreichbar ist.

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