Netznutzungsentgelt für Stromleitungen

Das Nutzungsentgelt macht zwar nur einen geringen Anteil auf der Stromrechnung des privaten Nutzers aus, kann aber große Auswirkungen auf dem Strommarkt haben. Deshalb wir dessen Höhe von der Bundesnetzagentur geprüft.

Die Netzbetreiber erheben für die Nutzung ihrer Gas- beziehungsweise Stromnetze ein sogenanntes Netznutzungsentgelt. Dies wird immer dann fällig, wenn Energie über fremde Netze transportiert wird. Im Grunde genommen sind Netznutzungsentgelte mit Transportkosten vergleichbar, welche bei der Übertragung von Energie vom Kraftwerk über Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze entstehen, bevor sie beim Endverbraucher ankommt. Mit den Netzentgelten werden den Netzbetreibern die Investitionen für das Errichten beziehungsweise den Ausbau, die Instandhaltung sowie den Betrieb des Netzsystems vergütet.

Wie wird das Netznutzungsentgelt berechnet?

Nachdem das Netznutzungsentgelt einiges an Gewicht besitzt, obliegt dessen Genehmigung und Kontrolle der Bundesnetzagentur beziehungsweise den jeweiligen Landesaufsichtsbehörden. Diese prüfen die Kalkulationen der Betreiber, bevor sie eine Obergrenze für die Netznutzungsentgelte festlegen. Beispielsweise hat die Höhe des Netzentgeltes Einfluss auf die Chancen neuer Stromanbieter, am Markt Fuß zu fassen. Gleichzeitig wird dadurch die Höhe der Strom- und Gaspreise beeinflusst, da die Netzkosten auf alle Kunden entsprechend ihrer individuellen Netznutzung umgelegt werden.

Für die Berechnung des Netzentgeltes werden die Netzkosten sowie die Kosten einer effizienten Betriebsführung zugrunde gelegt, welche nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sowie der Netzentgeltverordnungen Strom und Gas von der Bundesnetzagentur beziehungsweise den Landesregulierungsbehörden genehmigt werden müssen. Festgelegt wird eine Preisobergrenze, die in der Regel nicht überschritten werden darf.

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die Betreiber von Strom- und Gasnetzen dazu verpflichtet, im Internet ein Verzeichnis ihrer Netznutzungsentgelte zu veröffentlichen.

Energiewende fordert Investitionen in die Netze

Nach dem Atomausstieg und der Forcierung erneuerbarer Energien werden Investitionen zur Erneuerung des Stromnetzes fällig. Allein für die Übertragungsnetze werden mit Investitionen in Milliardenhöhe gerechnet. Aber auch die Verteilnetze, die bei den Netzkosten mit 90 Prozent ins Gewicht fallen, müssen ausgebaut werden. Aus diesem Grund ist ein Ansteigen der Netznutzungsentgelte sehr wahrscheinlich. Doch selbst wenn die Netzentgelte um 22 Prozent steigen würden, entspräche dies einer Erhöhung von höchstens einem Cent pro Kilowattstunde. Nachdem die Netzentgelte einen eher geringen Teil des Strompreises ausmachen, würde sich eine Anhebung nur geringfügig auf die Strompreise auswirken.

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