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Kohlekraftwerk
Tagebau© DianaH / Fotolia.com

Kohlekraftwerk: Energiegarant oder Klimasünder?

Kohle ist ein ist ein wichtiger Energieträger in Deutschland. 2013 betrug der Anteil an Kohle bei der Stromerzeugung in Deutschland rund 45 Prozent. Braunkohle lag dabei mit 25,5 Prozent noch vor der Steinkohle (19,4 Prozent). Trotzdem gilt die Kohleverstromung als höchst umstritten – und das gleich aus mehreren Gründen.

Um Braun- oder Steinkohle zu gewinnen, muss oft tief in die Erde eingedrungen werden. Braunkohle wird hauptsächlich im Westen Nordrhein-Westfalens, in der Region rund um die Lausitz, im Rheinischen Braunkohlerevier in der Kölner Bucht und im Mitteldeutschen Braunkohlerevier abgebaut. Auch für die Steinkohle ist das Ruhrgebiet sowie Ibbenbüren von zentraler Bedeutung. Sowohl Stein- als auch Braunkohle können im Tage- als auch im Tiefbau gewonnen werden.

Viele Bergwerke in Deutschland wurden bereits stillgelegt. Trotzdem gehörte Deutschland 2012 mit einem Anteil von 1,2 Prozent an der weltweiten Kohleproduktion zu den Top 15 unter den Kohleförderländern.

Stein- und Braunkohlekraftwerk: Das gleiche Prinzip

Kohlekraftwerke sind eine besondere Art von Dampfkraftwerk. In Steinkohle- oder Braunkohlekraftwerken wird Kohle verbrannt, die dadurch entstehende Wärme lässt Wasser verdampfen, wodurch eine Turbine angetrieben wird. Bei der Verfeuerung im Braunkohlekraftwerk entstehen große Mengen an Kohlendioxid und Wasserstoff. Beide sind nachweislich schädlich für das Klima und sind Mitverursacher der globalen Erwärmung.

Dasselbe gilt für das Steinkohlekraftwerk. Auch sie produzieren einen erheblichen Anteil an Kohlendioxid und Schwefeloxid. Schon seit vielen Jahren rechnet sich die Kohleförderung nicht mehr, da sie unter schwierigen Bedingungen und aus großen Tiefen heraufbefördert werden muss. Lange wurden Steinkohlekraftwerke in Deutschland subventioniert, um die Versorgung zu sichern und um die daran geknüpften zahlreichen Arbeitsplätze zu sichern. Bis 2018 will sich Deutschland von der Steinkohle-Förderung verabschieden.

Kritik an CO2-Außstoß und Flächenverbrauch

Wie alle fossilen Brennstoffe ist auch der Kohlestrom umstritten. Hinsichtlich der Folgen für die Umwelt und das Klima sind vor allem die Braunkraftwerke in die Kritik geraten. Während sie für die einen ein Energiegarant sind, sind sie für die anderen die reinste Klimasünde. Bei der Verbrennung von Braukohle werden riesige Mengen an CO2 freigesetzt. Auch nach verschiedenen Möglichkeiten zur Filterung oder Wäsche der Abgase stoßen die Kraftwerke zusätzlich gesundheitsschädliche Feinstäube und Stickstoffe aus. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, kam auch die Debatte über die Schließung der Kraftwerke auf. 2014 spitzte sich die Diskussion weiter zu, auch weil in Deutschland so viel Strom aus Braunkohle gewonnen wurde, wie seit 1990 nicht mehr.

Eine Strategie zur Reduzierung des CO2 war die Einführung von sogenannten Emissionsrechten, bei denen Unternehmen für die Verschmutzung bezahlen musste.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft besonders den Standort Lausitz. Dort wurden zum Teil ganze Dörfer umgesiedelt, um an den kostbaren Rohstoff aus dem Erdreich heranzukommen. Einige Gemeinden befinden sich Jahrzehnte lang im Kampf um ihren Erhalt.