Durch Fracking die Fördermengen von Erdgas und Erdöl erhöhen

"Fracking" beschreibt eine Technologie, mit der Gas und Öl gefördert werden. Vor allem Umweltschützer kritisieren das Verfahren. Dabei ist aber die Unterscheidung zwischen dem konventionellen und dem unkonventionellen Verfahren wesentlich.

Der Begriff "Fracking" ist eine Abkürzung für den englischen Ausdruck "Hydraulic Fracturing", der übersetzt hydraulisches Aufbrechen bedeutet. Erdölunternehmen setzen die Methode ein, um Erdgas und Erdöl aus sogenannten unkonventionellen Lagerstätten zu fördern. Dabei handelt es sich um Poren im Gestein, die die Rohstoffe festhalten. Durch Fracking lösen sich die Stoffe und können an die Erdoberfläche transportiert werden.

Wie funktioniert Fracking?

Fracking

Fracking ist eine Methode zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas, die schon seit den 1940er Jahren genutzt wird. Zunächst setzten die Ingenieure das Verfahren ein, um eine Lagerstätte länger ausbeuten zu können. Im konventionellen Förderverfahren werden Rohstoffe aus den natürlichen Fließwegen im Gestein und aus mit Öl oder Gas gefüllten Blasen abgebaut. In Deutschland wird das Verfahren hauptsächlich in Sandstein eingesetzt.

Sammelt sich das Gas nicht in Blasen, sondern bleibt in den Gesteinsporen verschlossen, spricht man von unkonventionellen Lagestätten (z.B. Schiefer-, Ton- und Kohleflözgestein). Hier pumpen die Ölförderer Wasser mit großem Druck in den Boden, um das Gestein aufzubrechen. So können auch Vorkommen gewonnen werden, die mit dem konventionellen Verfahren nicht erreicht werden. Damit sich die Risse im Fels nicht wieder schließen, mischen die Techniker dem Wasser Quarzsand bei. Außerdem werden Chemikalien zugesetzt, die Bakterien vernichten, als Schmierstoffe dienen und störende Mineralien auflösen.

Warum ist Fracking umstritten?

Vor allem die Beimischung der Chemikalien sorgt für weltweite Diskussionen über den Einsatz dieser Fördermethode. Die Ölförderer geben die Zusammensetzung der Mischung nicht bekannt und betonen, dass jeder Boden eine andere Behandlung erfordert. Umweltschützer befürchten, dass die Chemikalien ins Grundwasser gelangen oder das Trinkwasser verunreinigen können. Auch die Entsorgung der Abbaustoffe ist umstritten, ebenso wie der Einsatz großer Mengen an Wasser.

Ein anderes Streitthema sind die vermeintlich durch Fracking ausgelösten Erbeben. Bereits mehrere Studien haben den Zusammenhang zwischen der Technologie und Erderschütterungen untersucht und kommen zu dem Ergebnis, dass Fracking Erdbeben auslösen kann.

Wo wird Fracking betrieben?

Vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich Fracking zu einer oft genutzten Methode entwickelt, um das in den Gesteinen eingeschlossene Schiefergas zu fördern. In mehreren Bundesstaaten der USA wurden seit dem Jahr 2000 zahlreiche unkonventionelle Felder mit Ölvorkommen und Erdgas erschlossen. Durch den technischen Fortschritt konnten die Erschließungskosten erheblich gesenkt werden. Aufgrund der steigenden Ölpreise seit Anfang der 2000er Jahre erzielten die Öl fördernden Firmen große Gewinne, sodass immer mehr Betriebe in der unkonventionellen Förderung tätig wurden. Das hat sich jedoch seit dem Jahr 2015 mit dem Ölpreisverfall geändert, sodass vor allem viele kleinere Fracking-Unternehmen in Amerika den Betrieb wieder eingestellt haben.

Wird unkonventionelles Fracking auch in Deutschland betrieben?

In Deutschland besteht eines der strengsten Fracking-Gesetze der Welt. Mindestens bis zum Jahr 2021 ist kommerzielles unkonventionelles Fracking bundesweit verboten. Lediglich zu Forschungszwecken dürfen maximal vier Bohrungen im Jahr durchgeführt werden. Die Maßnahmen müssen durch die Regierung des betroffenen Bundeslandes genehmigt werden. Außerdem begleiten Experten die Bohrungen, werten die Ergebnisse aus und informieren die Bundesregierung über mögliche Umweltschäden.

Wie wirkt sich Fracking auf den Ölpreis aus?

Der Preis für Erdöl hängt stark von Angebot und Nachfrage ab. Die unkonventionelle Ölförderung durch Fracking sorgt dafür, dass große Mengen an Öl am Weltmarkt angeboten werden. Die USA sind durch die gestiegenen Fördermengen zum Selbstversorger geworden und exportieren überschüssige Mengen an Erdöl nach Europa und in andere Länder. Dieses Überangebot sorgt für fallende Ölpreise. Nur wenn sich die Öl fördernden Staaten auf eine Begrenzung der Fördermengen einigen, steigt der Ölpreis wieder.