Wie funktioniert das Heizen mit Fernwärme?

Das Heizen mit Fernwärme gilt als besonders umweltverträglich, da hierbei die Abwärme von Industrieanlagen genutzt wird, um etwa Wohnhäuser zu beheizen und dabei kein weiteres Kohlendioxid produziert wird. Fernwärme wird häufig in Großstädten oder Ballungszentren genutzt.

Fernwärme bezeichnet eine Heizungsart, bei der Abwärme aus Industrieanlagen wie zum Beispiel Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen an die Haushalte weitergeleitet wird und so noch zum Heizen genutzt werden kann. Das geschieht, indem Wasser mithilfe der Abwärme erhitzt wird und durch ein isoliertes Rohrsystem bis zu den jeweiligen Gebäuden gepumpt wird. Dort befindet sich dann ein so genannter Wärmetauscher, der dem unter Hochdruck stehenden Wasser seine Energie abgewinnt und damit Brauchwasser für Heizung und Warmwasserversorgung erwärmt.

Zwar verläuft die Wärmeübertragung über gut isolierte Rohre, doch sind die Verluste umso größer, je weiter die zurückzulegenden Strecken für die Wärme sind. Deshalb ist Fernwärme meist nur in Großstädten oder Ballungszentren in Nachbarschaft von Industriegebieten verfügbar.

Vorteile und Nachteile der Heizung mit Fernwärme

Das Heizen mit Fernwärme zeichnet sich dadurch aus, dass kein Verbrennungsvorgang in den eigenen vier Wänden geschieht. So entstehen, anders als bei einer Gasheizung, keine Kosten für die Wartung des Heizsystems und es wird nicht viel Platz für einen Tank oder Ofen benötigt. Da keine Abgase entstehen, muss auch keine Abgasführung bei der Installation berücksichtigt werden und das Geld für eine regelmäßige Schornsteinreinigung kann gespart werden. Allerdings sind Fernwärmekunden in besonderer Weise von dem Lieferanten der Abwärme abhängig. Eine Reduzierung der Heizkosten durch einen Anbieterwechsel ist hier nicht möglich.

Umweltverträglichkeit des Heizens mit Fernwärme

Fernwärme als Heizenergie zu nutzen gilt als besonders umweltfreundlich, weil dafür Abwärme noch sinnvoll genutzt wird und kein weiteres Kohlendioxid durch fossile Brennstoffe freigesetzt wird. Circa 75 bis 90 Prozent der Brennstoffe in Kraftwerken könnten so ausgenutzt werden. Als wirklich umweltfreundlich kann Fernwärme jedoch nur bezeichnet werden, wenn auch dort der richtige Brennstoff eingesetzt wird. So können bereits Ressourcen geschont werden, wenn die Energie nicht aus Kohle- sondern beispielsweise Biomasseanlagen stammt. Umweltschützer mahnen: Auch ein Nutzen der Abwärme sei nicht sinnvoll, wenn weitere Kohlekraftwerke für die Nutzung von Fernwärme entstünden. Verbraucher könnten jedoch mit der Wahl ihres Energieversorgers Einfluss auf die Energiepolitik nehmen.

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