Energielieferung ist mit Ersatzversorgung garantiert

Die Ersatzversorgung dient als Notfallabsicherung und wird vom Grundversorger übernommen. Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass so eine Ersatzmaßnahme notwendig wird? Wie sollten sich betroffene Stromkunden verhalten?

Das Wort "Ersatzversorgung" beschreibt die Strombelieferung durch den Grundversorger, wenn der eigentliche Stromanbieter seine Kunden nicht mehr mit Strom versorgen kann. Nach dem EnWG, dem Energiewirtschaftsgesetz, hat jeder Haushalt einen Rechtsanspruch auf die Versorgung Strom. Die Grundversorgungspflicht ist im § 36 EnWG geregelt. Danach ist Grundversorger "das jeweilige Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung beliefert".

Gegenüber diesem Grundversorger besteht ein Rechtsanspruch auf Lieferung von Strom und Gas nach dem Grundversorgungstarif. Den muss der Energieversorger als Pflichttarif anbieten. Zusätzlich bleibt es ihm überlassen, mit deutlich günstigeren, also billigeren Wahltarifen zu werben.

Wahltarife bei bundesweiten Energieversorgungsunternehmen

Nach der Liberalisierung des Strom- und des Gasmarktes können die Endverbraucher bundesweit unter Hunderten Energieversorgern und deren Tarifangeboten auswählen. Dieser Wettbewerb hat zur Folge, dass in vielen Fällen der örtliche Grundversorger nicht am günstigsten ist. Das Rennen machen häufig die sogenannten „Billiganbieter“. Hier lassen sich sowohl bei Gas als auch bei Strom jährlich mehrere hundert Euro einsparen. Für den Stromkunden ist das Risiko, im schlimmsten Falle nicht mit Energie versorgt zu werden, gleich Null. Wenn es hart auf hart kommt, dann sorgt der örtliche Grundversorger für die notwendige Ersatzversorgung.

Warum kann die Ersatzversorgung notwendig werden?

Ein Grund für die Notwendigkeit einer Ersatzversorgung ist die Insolvenz des aktuellen Energieversorgers. Der ist in dem Fall zahlungsunfähig, bekommt keine Energie geliefert und kann sie auch nicht an den Endverbraucher weitergeben. Es kann beispielsweise aber auch passieren, dass sich Energieversorger und Netzbetreiber streiten und so die Stromlieferung unterbrochen wird. Das ist in jeder Hinsicht für den Stromkunden problemlos. Es wird ein neuer Grundversorgungsvertrag zu dem Grundversorgungstarif geschlossen. Der Zählerstand für Strom und Gas wird abgelesen und auf denen neuen Liefervertrag übertragen. Dennoch sollte man auch selbst seinen Zählerstand überprüfen und festhalten (am besten mit einem Foto). Über den "Tarifwechsel" muss der Grundversorger informieren.

Hinweis: Hat man einen Tarif mit Vorauszahlung geschlossen und der Anbieter geht daraufhin insolvent, kann das Geld im schlimmsten Fall verloren sein. Die bisher geleisteten Vorauszahlungen muss der Endverbraucher mit dem ehemaligen Energieversorger abrechnen und im Falle einer Insolvenz seine Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden.

Kurze Kündigungsfrist bei der Ersatzversorgung nutzen

Sobald die Ersatzversorgung durch den Grundversorger sichergestellt ist, sollte sich der Energiekunde um einen günstigeren neuen Tarif kümmern. Die Ersatzversorgung wird maximal drei Monate lang gewährleistet und ist in diesem Zeitraum sehr kurzfristig kündbar. Hat der Kunde bis dahin keinen neuen Vertrag abgeschlossen, geht er automatischen den Vertrag mit dem Grundversorger ein und die Modalitäten ändern sich.

Die Ersatzversorgung sollte folglich eine Überbrückung zwischen dem bisherigen günstigen und dem zukünftig bestenfalls noch günstigeren zukünftigen Tarif sein. Der örtliche Grundversorger sorgt für Ersatz; er lässt sich diese Ersatzversorgung mit dem Grundversorgungstarif allerdings häufig teuer bezahlen.

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