Erdgas: Herkunft, Förderung und Reserven

Ohne Erdgas sähe die heutige Welt ganz anders aus als wir sie kennen. Doch wo kommt Erdgas eigentlich her, wie wird es verwendet und wann wird es knapp werden? Dieser und anderen Fragen gehen wir hier nach!

Erdgas ist einer unserer wichtigsten Energieträger überhaupt – das brennbare Gas sorgt im Winter für eine warme Wohnung, Warmwasser, einen heißen Herd, es wird in der Stromproduktion eingesetzt und treibt mittlerweile sogar Autos an. Zu über 90 Prozent besteht Erdgas aus dem geruchslosen Stoff Methan, einem Kohlenwasserstoff, der schadstoffarm verbrannt werden kann.

Schadstoffarm in der Verbrennung ist Erdgas deswegen, weil es kaum Anteile enthält, die bei der Verbrennung gefährliche Stoffe wie Schwefeloxide, Schwermetalle oder Feinstaub freisetzen. Auch weist Erdgas eine recht gute Umweltbilanz auf, da vergleichsweise wenig CO2 (200 Gramm pro Kilowattstunde) freigesetzt wird. Zum Vergleich: Verbrennt man Braunkohle, wird rund das Doppelte an CO2 frei. Aufgrund des fehlenden Geruches wird Erdgas mit einem Geruchsstoff versetzt, damit man beispielsweise auf Lecks in der Gasleitung aufmerksam wird.

Wo kommt Erdgas her?

Früher wurde Erdgas oft als Nebenprodukt der Erdölförderung betrachtet und gar nicht weiter genutzt. Heute wird es hauptsächlich in Russland, den Niederlanden und in Norwegen gefördert. Aber auch Deutschland und Dänemark haben kleinere Erdgasreserven. Entstanden ist Erdgas im Laufe von Millionen von Jahren. Organische tote Substanz wie zum Beispiel Plankton oder Algen sank auf den Meeresboden ab und bildeten dort Faulschlamm. Dieser wurde durch weitere Sedimentschichten überdeckt und vom Sauerstoff abgeschnitten. Unter hohem Druck bildete sich anschließend Erdöl, welches sich unter noch höherem Druck zu Gas verflüchtigte. Aufgrund des hohen Drucks in der Tiefe und des leichten Gewichts des Erdgases begann dieses zu wandern: Erdgas sammelt sich vor allen Dingen dort, wo eine poröse Steinschicht unter einer undurchlässigen Schicht liegt. Das Gas verteilt sich in der porösen Schicht und kann aufgrund der undurchlässigen Schicht nicht weiter wandern. Umso größer die Fläche des porösen Steins ist, desto mehr Erdgas lässt sich an diesen Stellen fördern.

Wie wird Erdgas gefördert?

Um Erdgaslagerstätten ausfindig zu machen, nutzt man die Seismik und Geophysik. Hierbei werden Erschütterungen erzeugt, welche sich, je nach Gestein, ganz unterschiedlich in der Erde verteilen. So lassen sich potenzielle Lagerstätten finden, woraufhin man Probebohrungen durchführen kann. Sind diese erfolgreich, beginnt man, Erdgas mittels Bohrtürmen zu fördern. Transportiert wird das Gas grundsätzlich über Pipelines. Die tiefste Bohrung nach Erdöl und Erdgas hat man in Niederösterreich durchgeführt, dort wurde 7,5 Kilometer tief in die Erde gebohrt. Die längste vertikale Bohrung zur Erschließung einer Erdöllagerstätte ist 11,6 Kilometer lang und liegt vor der Nordostküste Sachalins.

Erdgas in Deutschland wird hauptsächlich in Niedersachsen gefördert. 2014 waren das rund 9 Milliarden Kubikmeter Gas, was etwa 12 Prozent des deutschlandweiten Erdgasverbrauches abdeckt. Die restlichen 88 Prozent werden importiert.

Wie viele Erdgasreserven hat man noch?

Denkt man über unsere Erdgasreserven nach, muss man einen Unterschied zwischen den vorhandenen und erreichbaren Reserven machen. Die potenzell vorhandenen Erdgaslagerstätten sind weltweit noch sehr zahlreich. Bei vielen dieser Lagerstätten lohnt sich eine Förderung derzeit jedoch noch nicht. Je nachdem, ob man nun mit oder ohne umstrittene Förderverfahren wie Fracking rechnen möchte und ob man von einem künftig steigenden oder gleich bleibenden Verbrauch ausgeht, kommt man zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

In Deutschland gibt es rund 50 Milliarden Kubikmeter Reserven, die ohne Fracking erreicht werden können; mit Fracking kommt man auf etwa 83 Milliarden Kubikmeter. Experten schätzen, dass unter Deutschland insgesamt noch rund 700 – 2.3000 Milliarden Kubikmeter Erdgas verborgen liegen. Was davon in Zukunft förderbar sein wird, steht in den Sternen.

Manche sehen das Ende des Erdgases in wenigen Jahrzehnten gekommen, andere sind der Meinung, dass es die Reserven mindestens noch für ein halbes, ja wenn nicht ganzes Jahrhundert ausreichen.

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