Effizient wohnen im Energiesparhaus

Die konkrete Bedeutung des Begriffes Energiesparhaus wandelt sich natürlich mit den technischen Möglichkeiten beim Hausbau. Die Energiebilanz ist heute eines der wichtigsten Kriterien beim Hausbau und auch beim Erwerb einer Immobilie.

Als Energiesparhäuser werden Häuser allgemein dann bezeichnet, wenn sie mit weniger Heizenergie auskommen als die Durchschnittshäuser in Deutschland. Einen genauen Grenzwert gibt es jedoch nicht. Da immer mehr Energiesparhäuser gebaut werden, sinkt natürlich auch dieser Durchschnitt. Mit jeder Kilowattstunde weniger spart der Bauherr später bares Geld und die Umwelt freut sich außerdem.

Standards für Energiesparhäuser früher und heute

Ein Haus, das zwischen 1960 und 1980 gebaut wurde und noch keine energetische Sanierung erhalten hat, verbraucht in einem durchschnittlichen Jahr etwa 300 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche an Heizleistung. Schon im Jahr 1977 wurde mit der ersten Wärmeschutzverordnung ein Standard von unter 250 kWh vorgeschrieben. Wer heute baut, strebt Heizleistungen im zweistelligen Bereich an. Der 2002 aufgestellte Standard für Niedrigenergiehäuser verlangt eine Heizleistung unter 70 kWh/m².

Energiesparhaus extrem: Passivhaus und Null-Energie-Haus

Gut nachrüstbar sind Dämmungen, welche den Niedrigenergiehäusern nahekommen. Bei diesem Standard darf das Äquivalent von sieben Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbraucht werden. Beim 3-Liter-Haus wiederum ist es, wie der Name schon sagt, noch einmal deutlich weniger. Heute aktuell sind vorrangig die Standards für Passivhäuser, welche mit weniger als 15 kWh/m² geheizt werden können. Bei dieser Bauweise sind die Dämmung und die Belüftung so gut aufeinander eingestellt, dass nahezu keine Heizung benötigt wird. Auch Null-Energie-Häuser sind technisch bereits möglich, diese werden derzeit jedoch aus wirtschaftlichen Gründen noch selten gebaut. Beim Passivbau ist eine grundlegende Architektur notwendig, die in älteren Häusern nur selten gefunden wird. Doch mit einer zum Haus passenden Wärmedämmung kann die notwendige Heizenergie immerhin deutlich gesenkt werden.

Maßnahmen zum Energiesparen

Moderne Häuser werden meist aus Porenbeton gebaut, der in sich bereits eine sehr gute Dämmleistung bietet. Da sehr viel Luft im Beton eingeschlossen ist, wird nur wenig Wärme nach außen geleitet. Die Heizenergie kann somit effektiver genutzt werden. Hinzu kommen hochwertige Fenster und eine zusätzliche Verkleidung der Fassade. Bei Passivhäusern kommt zusätzlich noch eine hochwertige Lüftung hinzu. Da bei einer nahezu perfekten Dämmung der natürliche Luftaustausch deutlich reduziert ist, muss die Lüftung gezielt geplant werden. Ein Wärmerückgewinnungssystem innerhalb der Lüftung kann den Wärmeverlust zusätzlich verringern.

Probleme bei der Altbausanierung

Der Luftaustausch stellt auch die Grenze der sinnvollen Sanierung von Altbauten dar. Eine zu gute Isolation, auf die das Gemäuer nicht ausgelegt ist, kann sonst zu Schimmelbildung und ähnlichen Problemen führen. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Sanierung eines Altbaus gar nicht möglich wäre. Es gibt genügend Möglichkeiten, die Sanierung auf die Bauweise des Gebäudes anzupassen und ohne Gefahren eine deutliche Reduktion des Energieverlustes zu erreichen. Oft kommen hier auch sehr alte Baustoffe wie Lehm und Strohisolierung wieder zum Einsatz.

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