Energieeffizienz-Netzwerke unterstützen den Klimaschutz

Energieeffizienz-Netzwerke sollen unter anderem geschlossen werden, um den Klimaschutz in Deutschland voranzutreiben. Natürlich bieten die Zusammenschlüsse Firmen auch die Möglichkeit, über den gemeinsamen Austausch Energie und damit Geld zu sparen.

Um die Energieeffizienz in der deutschen Wirtschaft zu steigern, haben am 3. Dezember 2014 Vertreter der Bundesregierung und der Wirtschaft eine Vereinbarung zur Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken unterzeichnet. Diese Energie-Effizienznetzwerke sollen einerseits die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft steigern, aber auch neue Geschäftsmodelle erschließen und den Klimaschutz fördern.

Mit der Vereinbarung verfolgen die Unterzeichner das Ziel, bis Ende 2020 rund 500 neue Energie-Effizienznetzwerke zu gründen und zu fördern. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen schätzt die Bundesregierung, dass bis 2020 so Einsparungen von bis zu 75 Petajoule Primärenergie bzw. 5 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen erreicht werden können.

Die Idee der Energie-Effizienz-Netzwerke

Nach dem Vorbild einer Schweizer Idee führte die deutsche Bundesregierung zunächst ein Pilotprogramm mit 30 sogenannten "Lernenden-Energieeffizienz-Netzwerken" (LEEN) ein. Diese deutschen Pioniernetzwerke zeigten, dass die Netzwerkarbeit für die teilnehmenden Unternehmen einen langfristigen Nutzen bringt und der Fortschritt bei der Energieeffizienz deutlich beschleunigt werden konnte. Daher strebt die Bundesregierung eine flächendeckende Anwendung des Instruments der Effizienznetzwerke an und hat mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz ("NAPE") ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Steigerung der Energieeffizienz vorgelegt, welches insbesondere wert auf die Eigenverantwortung der Akteure legt.

Der Aufbau eines Energie-Effizienz-Netzwerkes

In einem Energie-Effizienznetzwerk sind mindestens fünf, in der Regel jedoch meist acht bis 15 Unternehmen oder Unternehmensstandorte beteiligt, um einen zielgerichteten und unbürokratischen Erfahrungs- und Ideenaustausch zur Steigerung der Energieeffizienz anzustreben. Dabei führen die Unternehmen zunächst mithilfe einer qualifizierten internen oder externen Energieberatung eine Bestandsaufnahme durch und bestimmen ihr jeweiliges Einsparpotenzial. Auf Grundlage dieser Ergebnisse setzen sie sich dann ein eigenes Einsparziel sowie ein Einsparziel für das Netzwerk insgesamt. Durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch sollen die Ziele systematisch und effizient erreicht werden.

Beispiele für Energie-Effizienz-Netzwerke

Zu den bislang 50 Energie-Effizienz-Netzwerken (Stand Mai 2016) gehört das Projekt REGINEE Hannover, welches durch den Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) gegründet wurde. Im März 2016 nahm bereits das 6. Energieeffizienz-Netzwerk, in dem sich bisher sechs Unternehmen aus der Region beteiligen, seinen Betrieb auf. Ziel des Netzwerkes ist es, die Energieeffizienz in den beteiligten Unternehmen in den nächsten vier Jahren zu steigern. Die VEA unterstützt die Effizienznetzwerke in den vier Jahren mit drei Treffen pro Jahr, in denen ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch stattfindet. Nach der Bestandsaufnahme hilft das Netzwerk den Unternehmen bei der Formulierung des persönlichen Energieeffizienz-Ziels und setzt dementsprechend inhaltliche Schwerpunkte. Auch bei der Umsetzung gesetzlich verpflichtender Maßnahmen können die Netzwerkpartner begleitet werden.

Ganz ähnlich engagiert sich auch das Münchener Netzwerk ÖKOPROFIT München. In Kooperation mit dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, dem Referat für Gesundheit und Umwelt, dem Abfallwirtschaftsbetrieb München, der Industrie- und Handelskammer und den Stadtwerken können sich hier Münchner Betriebe durch Workshops und Einzelberatungen bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen unterstützen lassen.

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