CCS-Technologien dienen Speicherung von CO2

CCS ist die Abkürzung für ein Verfahren, bei dem CO2 aus den Abgasen der Kraftwerke abgeschieden werden kann, um anschließend unterirdisch gelagert zu werden. Das Verfahren gilt vor allem bei Umweltschützern als höchst umstritten.

CCS steht für Carbon Capture and Storage, dem unterirdischen Einlagern von verflüssigtem Kohlendioxid, welches zuvor aus den Abgasen von Kohlekraftwerken ausgeschieden wurde. Das Verfahren soll dabei helfen, die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre zu reduzieren und somit dem voranschreitenden Klimawandel entgegenzuwirken.

Um das CO2 aus den Abgasen der Kohlekraftwerke herauszufiltern, gibt es drei mögliche Verfahren: vor dem Verbrennen von Kohle durch Kohlevergasung (Pre-Combustion), während der Verbrennung mit reinem Sauerstoff (Oxyfuel) oder durch das Waschen der Rauchgase (Post-Combustion). Für jede dieser Prozeduren ist ein hoher Energieaufwand notwendig. Mit den Abscheideverfahren lässt sich das CO2der Kraftwerke um 80 bis 98 Prozent mindern.

Unterirdische Speicherung der Abgase

Anschließend gilt es das CO2 sicher zu den Lagerstätten zu transportieren. Der Transport des verflüssigten Gases erfolgt über Pipelines oder in Schiffen. Mögliche Speicherstätten in Deutschland sind leere Gasfelder, die jedoch etwa wegen der zu geringen Vorkommen eher ausgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit der Speicherung liefern tief unter der Erde liegende, poröse Gesteinsschichten. Sogenannte "saline Aquifere", salzwasserführende Gesteinsformationen, gelten dabei als vielversprechendste Möglichkeit.

Chancen der CCS-Technologie

Die EU-Länder wollen ihre Emission von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 Prozent verringern. Aus diesem Grund wurde der EU-Emissionsrechtehandel eingeführt. Das heißt, Unternehmen müssen Umweltzertifikate erwerben, um eine bestimmte Menge an Treibhausgasen ausstoßen zu dürfen. Damit wirkt sich der CO2-Ausstoß nicht nur schädlich auf die Umwelt aus, sondern in finanzieller Hinsicht auch auf die Unternehmen. Die CCS-Technologie bietet nun die Chance, den Treibhausausstoß von Kohlekraftwerken signifikant zu verringern. Da vor allem Schwellenländer verstärkt auf Kohle zur Energiegewinnung setzen, könnte die CCS-Technologie zudem ein lukratives Exportgut werden.

Risiken der CCS-Technologie

Nicht nur Umweltschützer bemängeln die hohen Kosten sowie das unwägbare Risiko und halten CCS - zumindest in Deutschland - für überflüssig. Außerdem befürchten sie, dass durch den Einsatz der CCS-Technologie die Akzeptanz von Kohlekraftwerken steigen und der Ausbau erneuerbarer Energien gebremst werden könnte.

Unklar ist, wie sich die unterirdischen Speicherstätten langfristig auf die Umwelt auswirken. Möglich ist es, dass CO2 den Druck in den Gesteinsschichten verändert, wodurch vorhandenes Salzwasser verdrängt werden und Grundwasser eindringen könnte. Weiterhin ist nicht bekannt, ob und wie lange die Speicherstätten dicht halten.

Fest steht jedoch, dass mit der CCS-Technologie das weltweite Klimaproblem nicht gelöst werden kann, da die CO2-Speicherkapaziäten begrenzt sind. Zudem werden unterirdische Speichermöglichkeiten nicht nur für die CCS-Technologie benötigt, sondern auch für den Ausbau erneuerbarer Energien wie beispielsweise der Geothermie.

Seit 2012 existiert ein Gesetz, nach dem die Bundesländer die Technologie verbieten können.

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