Anreizregulierung soll Markt verbraucherfreundlich machen

Die Anreizregulierung hat etwas mit dem Strommarkt zu tun und ist ein Instrument zur Marktregulierung. Das wissen noch die meisten. Doch was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff und wie stellt sich die Anreizregulierung in der Realität dar?

Die Anreizregulierung ist ein Werkzeug des Staates, durch welches dieser Einfluss auf den Markt für Strom und Gas nimmt. Da bei Strom- und Gasnetzen oftmals wenige, dafür aber große, Betreiber vorhanden sind, hatte man Angst, dass es zu einem verminderten Wettkampf oder gar Preisabsprachen kommen könnte, die zum Nachteil des Verbrauchers ausfallen.

Um dem entgegenzuwirken, führte man die Anreizregulierung ein, bei der einem Betrieb Vorgaben gemacht werden, damit dieser effizienter wirtschaftet und dies auch an die Kunden weitergibt. Dabei hatte man die Wahl zwischen einer Festlegung der Netzentgelte, also Strom- und Gaspreisen, und einer Erlösobergrenze, die der Betrieb mit seinem Gewinn nicht überschreiten darf. In Deutschland entschied man sich für letztere Variante.

Wie kommen Erlösobergrenzen zustande?

Das der Anreizregulierung zugrunde liegende Vorgehen ist dabei recht simpel: Alle fünf Jahre nimmt man die laufenden Kosten jedes Netzbetreibers und errechnet daraus die Erlösobergrenze für die nächste Periode. Dieser Wert bildet die Grundlage für alle weiteren Rechnungen und wird jedes Jahr an aktuelle Veränderungen im Betrieb und am Markt angepasst.

Eines der Hauptziele der Anreizregulierung ist die Förderung von effizientem Wirtschaften. Zuvor floss oftmals nur ein kleiner Teil des Umsatzes eines Netzbetreibers in die Instandhaltung des Netzes. Trotzdem wurde kein Teil des Überschusses an die Verbraucher weitergegeben. Hier wollte man Abhilfe schaffen.

Zusätzliche Faktoren

Die eigentliche Rechnung, die zur Festlegung der Erlösobergrenzen führt, ist dabei alles andere als einfach: Diverse Faktoren spielen eine Rolle, angefangen mit der erwarteten Inflation bis hin zu Kosten, die in Netzausbau oder -rückbau fließen. Einen Bonus bekommen Unternehmen, deren Versorgung eine hohe Qualität hat, damit langfristig ein stabiles Strom- und Gasnetz erhalten bleibt. Fallen dabei Ineffizienzen auf, werden diese dem Betrieb zur Last gelegt, genauso wie die Differenz zum insgesamt effizientesten Betrieb berücksichtigt wird. Darauf kommt noch ein pauschaler "sektoraler Produktivitätsfaktor" – praktisch eine feste Ineffizienz, die selbst die besten Betriebe zu weiterer Optimierung antreiben soll.

Ebenfalls Teil der Kalkulation ist eine Gewinnmarge, die es allen Betrieben weiterhin ermöglicht, wirtschaftlich zu überleben. Trotz aller bedachten Fälle ist die Erlösobergrenze nur ein Planwert. Die Differenz zum tatsächlichen Erlös des Netzbetreibers wird dabei auf einem Regulierungskonto festgehalten, welches wiederum in die nächste Planung eingeht.

Was bringt das Ganze mir als Endverbraucher?

"Okay, ich weiß jetzt was Anreizregulierung ist. Was genau soll mir das bringen?" So könnte die logische Frage im Anschluss aussehen, denn ein kleines, aber essentielles Detail fehlt noch zum Gesamtbild: Falls ein Betrieb die Erlösobergrenze um mehr als fünf Prozent überschreitet, ist er dazu verpflichtet, den Unterschied direkt in eine Senkung der Netzentgelte zu übersetzen und somit an seine Kunden weiterzugeben.

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