Wer mit Strom heizt, wird in den letzten Jahren mit Sorge die Entwicklung der Heizstromtarife verfolgt haben. Es gibt in Deutschland immer noch etwa zwei Millionen Haushalte, die mit Strom heizen von einer steigenden Tendenz der Heizstromtarife betroffen sind.
Nachtspeicherheizungen wurden einst von vielen Energieversorgern als günstige Form des Heizens beworben. Dass dem nicht so ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Energieträgern. Das Heizen mit Öl und Erdgas ist vielerorts billiger, da immer mehr Stromversorger die günstigeren Heizstromtarife streichen, womit für viele Verbraucher der Betrieb von Nachtspeicherheizungen teurer wird. Eine neue Art der Heizstromtarife sind die sogenannten Wärmepumpen-Stromtarife. Wärmepumpen nutzen die Wärme aus der Umwelt zum Heizen, benötigen jedoch Strom als Antriebsenergie. Da die Wärmepumpe allerdings viel weniger Strom benötigt als die alten Nachtspeicheröfen, sind diese im Gegensatz zur Elektroheizung auch heute eine echte Alternative zu Öl und Gas, auch wenn sie mit Strom heizen.
Wärmepumpen arbeiten - je nach Gebäudeart und örtlichen Voraussetzungen natürlich - sehr effizient und benötigen Strom lediglich als Antriebsenergie.
Strom für die Nachtspeicherheizung
Dank günstiger Heizstromtarife war die Nachtspeicherheizung einst sehr gefragt, aufgrund steigender Preise und fehlender Wechselmöglichkeiten sieht das heute aber anders aus.
Infos über Nachtstromtarife
Stromheizung ist ein Auslaufmodell
Nicht nur steigende Heizstromtarife machen die Stromheizung zum Auslaufmodell, auch in Sachen Umwelt bringt das Heizen mit Strom Nachteile mit sich.
Ratgeber Stromheizung
Obwohl die Verwendung von Nachtspeicherheizungen in Zukunft eingestellt werden soll, wurde nun durch die Gesetzgebung eine verbraucherfreundlichere Entwicklung der Heizstromtarife angestoßen. Das Bundeskartellamt leitete nach Untersuchungen des Heizstrommarktes ein Verfahren gegen einige Stromversorger ein, das 2010 zu Rückerstattungen an Heizstromkunden führte. Eine Vielzahl an Heizstromversorgern einigte sich anschließend auf die Durchsetzung mehrerer marktöffnender Maßnahmen, die auf eine Senkung der Heizstromtarife abzielen. Dazu gehören die Veröffentlichung der Heizstromtarife und temperaturabhängiger Lastprofile im Internet durch den Netzbetreiber.
Teure Heizstromtarife machen den Betrieb alter Elektroheizungen teuer, doch das Bundeskartellamt will für mehr Wettbewerb sorgen.
(Foto / Abb.: Tobias Kaltenbach / Fotolia.com)
Das Problem vieler Heizstromnutzer und Auslöser für das Kartellverfahren ist und war die Preispolitik der Stromanbieter, die in vielen Regionen monopolartig die Heizstromtarife bestimmen. Ein Anbieterwechsel ist daher so schwierig, weil oft nur der lokale Grundversorger Heizstromtarife ausweist. Für andere Betreiber, die hohe Netznutzungsgebühren für die Weiterleitung des Stroms in andere Regionen zahlen müssten, lohnt sich die Aufnahme eines Niedertarifs oft nicht. Die fehlende Konkurrenz wirkt daher nicht regulierend auf die Preisentwicklung der Heizstromtarife. Für den Abnehmer heißt das, dass ein Anbieterwechsel und eine Wahl der Heizstromtarife oft nicht möglich sind.