Wer ihn nicht benutzt beziehungsweise kennt, wird sich wundern, dass tatsächlich mehr als eine Millionen Bundesbürger Heizstrom nutzen und ihre Wärme sozusagen über die Steckdose beziehen.
Dabei ist diese Art des Heizens keineswegs neu – schon vor Jahrzehnten wurde Heizstrom eingeführt und war damals eine durchaus günstige Alternative zu Öl und Kohle. In der Zwischenzeit haben sich der Strommarkt und die entsprechende Infrastruktur gravierend verändert, was vermehrte Kritik am Heizstrom aufkommen ließ. Zuletzt waren auch die jeweiligen Stromanbieter davon betroffen: Das Bundeskartellamt zwang die Versorger zu einer bis dahin (Herbst 2010) nicht existenten Marktöffnung, die anderen möglichen Heizstrom Anbietern die Chance auf Wettbewerb ermöglicht.
War der Heizstrom während seiner Anfangs- und Hochphase speziell für Elektroheizungen – allen voran Nachtspeicherheizungen - bestimmt, werden durch ihn mittlerweile auch Wärmepumpen betrieben. Hierbei bedarf es nämlich ebenfalls Strom, damit die Pumpen die aus der Umwelt gewonnene Energie in Wärme umwandeln können. Auch für Wärmepumpen existieren gesonderte Tarifangebote, die ebenso wie Nachtstromtarife in der Regel nur vom Grundversorger angeboten werden. Es sollte überprüft werden, ob und inwieweit sich diese lohnen und ob es Alternativen gibt, etwa indem man nur mit dem Haushaltsstrom den Anbieter wechselt.
Die Nachtspeicherheizung ist ein Auslaufmodell, bis 2020 sollen die alten Speicheröfen aus den meisten Haushalten verschwinden. Heizstrom für Nachtspeicherheizungen wird meist nur vom Grundversorger angeboten.
Ratgeber Nachtspeicherheizung
Infos zu Nachtspeicherstrom
Wärmepumpen nutzen die Umweltluft zum Heizen, benötigen aber Strom als Antriebsenergie. Viele Stromanbieter haben spezielle Tarife für Wärmepumpen im Angebot, so dass man diese Heizung mit dem Heizstrom günstig betreiben kann.
Effizient heizen mit einer Wärmepumpe
Infos zu Wärmepumpenstrom
Doch auch wenn Wärmepumpen mittlerweile ebenfalls Heizstrom nutzen, sind Elektroheizungen und Heizstrom weiterhin nicht voneinander zu trennen. Umso interessanter wird sich die Entwicklung der nächsten Jahre darstellen. Denn zum Jahr 2020 müssen Nutzer von Nachtspeicheröfen umrüsten. Diese Regelung der Energieeinsparverordnung beinhaltet zwar auch einige Ausnahmen, zeigt aber auch, dass Heizstrom keine Zukunft hat.
Dass sich der Staat nun bezüglich der Heizstrom Thematik eingeschaltet hat, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bisher ändert das aber nur wenig an der Problematik. Denn viele Kunden sind noch immer von ihrem örtlichen Versorger abhängig, da Heizstrom noch immer nicht flächendeckend durch andere Zulieferer angeboten wird.