Geothermie ist ein anderer Ausdruck für Erdwärme, die zu den erneuerbaren Energien zählt. Der Begriff Geothermie bezeichnet darüber hinaus auch die Untersuchung und Nutzung dieser Erdwärme zur Energiegewinnung. Strom und Wärme werden sowohl in Kraftwerken als auch in kleineren Anlagen gewonnen. Dabei reichen relativ geringe Temperaturen für viele Anwendungen aus.
Im Erdboden ist Wärme gespeichert, die zum Teil noch aus der Zeit der Entstehung der Erde stammt. Radioaktive Zerfallsprozesse sowie Sonneneinstrahlung tragen weiterhin zum Entstehen von Geothermie bei. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an die Wärme aus dem Erdinneren zu gelangen, beispielsweise mit Erdwärmesonden. Man unterscheidet oberflächennahe Geothermie und Tiefengeothermie. Letztere spielt eher bei größeren Projekten eine Rolle, während die oberflächennahe Geothermie eher für die Versorgung kleinerer Einheiten genutzt wird. Dabei werden Erdboden, Sedimente oder Grundwasser "angezapft". Bei der Tiefengeothermie werden tiefere Lagerstätten genutzt, auch Thermalwasser wird verwendet.
Laut Angaben des Bundesumweltministeriums wurden in Deutschland 2009 etwa zwei Prozent der Energie aus regenerativen Quellen durch die Nutzung von Erdwärme gewonnen. Damit gehört Geothermie zu den erneuerbaren Energien, die hierzulande noch vergleichsweise wenig genutzt werden. In Deutschland gibt es einige Kraftwerke, die mit Geothermie arbeiten, beispielsweise in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern und Landau in der Pfalz. Weitere Projekte sind geplant oder im Bau, sodass die Geothermie-Branche mit guten Wachstumsraten rechnet.
Funktionsweise eines Geothermie-Kraftwerkes: Beispiel Unterhaching
(Foto / Abb.: Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG)
Problematisch sind hohe Investitionskosten und das Risiko, vor allem bei hydrothermalen Anlagen, dass die auffindbaren Mengen nicht immer eingeschätzt werden können (Fündigkeitsrisiko). Die Tiefengeothermie erfordert eine besonders sorgfältige Planung, da bei tiefen Bohrungen gewisse seismische Risiken bestehen.
In anderen Ländern ist man schon weiter: Weltweit wird die meiste Energie durch Geothermie in den USA, China und Skandinavien gewonnen. In Island spielt die Geothermie eine besonders große Rolle. Durch die vielen Vulkansysteme ist es möglich, einen beträchtlichen Teil des Energiebedarfs durch Geothermie zu decken. Dort werden sogar Gehwege im Winter auf diese Weise beheizt.
Mit Geothermie kann man auch im Privathaushalt heizen, denn mit dieser Energieform arbeitet die Erdwärme-Pumpe. Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme, um Energie zu erzeugen und an das Heizsystem weiterzuleiten. Die Geothermie wird über Kollektoren und einen Verdampfer nutzbar gemacht, wozu allerdings Bohrungen im Erdreich nötig sind. Deshalb ist die Nutzung von Geothermie mittels einer Wärmepumpe eher bei einem Neubau interessant. Die Anschaffungskosten sind zwar relativ hoch, aber bei einer hohen Jahresarbeitszahl kann sich eine Geothermie Anlage dennoch lohnen. Für den Betrieb ist Strom nötig, spezielle Tarife für diesen Wärmepumpenstrom gibt es beim örtlichen Versorger.
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