Untersucht

Studie: Versorger geben niedrigere Gaspreise nicht weiter

Die Gaspreise fallen 2016 etwas niedriger aus als im Jahr zuvor. Auch die Energieanbieter kaufen günstiger ein. Einer Studie zufolge aber geben die Versorger die gesunkenen Beschaffungspreise nicht vollständig an ihre Kunden weiter.

Energiepreise© Kautz15 / Fotolia.com

Berlin - Verbraucher profitieren einer Studie zufolge nicht in vollem Umfang von sinkenden Einkaufspreisen für Erdgas. Auf den internationalen Märkten seien die Gaspreise 2016 erneut gesunken, aber die Anbieter hätten dies nur teilweise an ihre Kunden weitergeben, heißt es in einer Studie des Energieinformationsdienstes Energycomment. Die Auswertung der Daten, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag, hatte die Grünen-Fraktion im Bundestag in Auftrag gegeben. Rund jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit demnach einer Erdgas-Zentralheizung beheizt.

Gas-Einkauf wurde 2016 über 90 Euro günstiger

Der Studie zufolge sind die Beschaffungskosten im Großhandel 2016 um 94 Euro gefallen. Davon gaben die Anbieter 70 Euro an ihre Kunden weiter. Das ist deutlich mehr als vor zwei Jahren - 2014 waren die Einkaufspreise laut Studie um 104 Euro gefallen, bei den Haushalten kamen davon aber nur 20 Euro an. Vergangenes Jahr gingen die Großhandelspreise um 34 Euro zurück, mit 28 Euro gaben die Anbieter davon das meiste weiter an die Verbraucher. Die Angaben beziehen sich auf einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr, die Umsatzsteuer ist nicht berücksichtigt.

Autor: Niedrige Kosten sollten vollständig bei Kunden ankommen

Die Ergebnisse zeigten hingegen, dass Gasimporteure, Gashändler oder Versorger in der Summe ihre Bruttomargen deutlich ausweiten konnten, schreibt Studienautor Steffen Bukold von Energycomment. Es könne nicht geklärt werden, welche Akteursgruppe am stärksten profitiere. "In einem gut funktionierenden Wettbewerb sollten sich die niedrigeren Einkaufskosten jedoch über kurz oder lang vollständig bei den Haushaltskunden bemerkbar machen."

Quelle: DPA