Preismissbrauch

Studie: Gaspreise der Gasag sind zu hoch

Eine Studie zur Gaspreisentwicklung wirft führenden Regionalversorgern systematischen Preismissbrauch vor. Die Berliner Gasag enthält etwa einem durchschnittlichen Haushaltskunden rund 160 Euro im Jahr vor, die sie durch gesunkene Einkaufspreise eingenommen hat, berichtet der "Tagesspiegel".

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Berlin (ddp-bln/red) - Die Gasag bezeichnete die Vorwürfe der Zeitung zufolge als "nicht nachvollziehbar". Das Unternehmen habe in einer Mitteilung von "gravierenden methodischen Mängeln" der Studie gesprochen. So würden etwa Durchschnittspreise gebildet und auf das ganze Jahr 2009 hochgerechnet, was die Annahme impliziere, dass das Unternehmen keine Senkungen mehr vornehmen wolle.

Die Gasag hatte jüngst für Oktober eine dritte Preissenkung in diesem Jahr angekündigt. Der Gasversorger beliefert in der Hauptstadtregion rund 600.000 Kunden.

Das Gutachten wurde von der Grünen-Bundestagsfraktion beim Kölner Energieexperten Gunnar Harms in Auftrag gegeben. In der Studie heißt es, dass die Versorger zuletzt nur rund die Hälfte der gesunkenen Einkaufspreise an die Verbraucher weitergegeben hätten und somit im Gesamtjahr 2009 "ungerechtfertigte Mehrerlöse" von rund 1,6 Milliarden Euro erwirtschaften würden.