Vorhaben

Saar Ferngas will Biogas-Einspeisung im Saarland vorantreiben

Die Saar Ferngas AG und das Umweltministerium wollen die Nutzung von Biogas im Saarland weiter voranbringen. Eine Studie hat für das Saarland ein derzeitiges Biogaspotenzial von mindestens 14 Millionen Kubikmeter pro Jahr ermittelt. Diese Menge entspricht einer Energie von rund 90 Millionen Kilowattstunden.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Saarbrücken (red) - Im Rahmen eines gemeinsamen Workshops beschäftigten sich Vertreter des Umweltministeriums und Energieexperten der Saar Ferngas gemeinsam mit Gästen und Experten der Energiebranche mit Fragen zur Einspeisung, Speicherung und dem Handel von Erdgas sowie den damit verbundenen Entwicklungen für den Klimawandel und die Energiewirtschaft. Ein wichtiges Thema dabei waren die Möglichkeiten für die Einspeisung von Biogas in das bestehende Erdgasleitungsnetz im Saarland.

"Unter den erneuerbaren bzw. regenerativen Energien spielt die Biomasse eine herausragende Rolle. Gerade das Biogas ist relativ leicht zu handhaben und vielfältig zu nutzen – sei es direkt in Kraft-Wärme-Koppelung - betriebenen Blockheizkraftwerken oder auch nach Reinigung als Erdgasäquivalent zu Heizzwecken- bzw. als Kraftstoff aus der Erdgasleitung", so der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf. Die Einspeisung von aufbereitetem Biogas in das bestehende Erdgasnetz ermögliche es, die erzeugte Energie je nach Einsatzbedarf zielgerichtet einzusetzen.

Eine von der Saar Ferngas in Auftrag gegebene Studie des Wuppertal Instituts hat für das Saarland ein derzeitiges Biogaspotenzial von mindestens 14 Millionen Kubikmeter pro Jahr ermittelt. Diese Menge entspricht einer Energie von rund 90 Millionen Kilowattstunden. Bei der Vorstellung des Zwischenberichts waren sich die Vertreter des saarländischen Umweltministeriums sowie die Verantwortlichen von Landwirtschaftsverbänden und Erzeugern einig, dass das Thema Biogas für die Landwirtschaft im Saarland eine Zukunftsperspektive hat.

Die Gesprächspartner wollen in den nächsten Monaten Chancen und Risiken für Erzeuger und Vermarkter von Biogas intensiv erörtern. Für Landwirte und Anlagenbetreiber im Saarland, die sich mit der so genannten Energielandwirtschaft beschäftigen, eröffnet sich damit ein neuer Absatzmarkt. Nach Einspeisung des Biogases in das Erdgastransportnetz kann es zentral zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden. Die Biogaseinspeisung gilt aus ökologischer wie ökonomischer Sicht derzeit als wirtschaftlich sinnvollste Lösung, weil damit Energie aus der Region effizient in Ballungsräumen mit entsprechendem Wärmebedarf eingesetzt werden kann.

Die Umwandlung und Einspeisung des erzeugten Biogases in das Erdgastransportnetz sowie die Speicherung und sämtliche Handelsfunktionen übernimmt Saar Ferngas. In Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern sollen entsprechende Vorhaben in Form von Projektbeteiligungen umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Energie aus nachwachsenden Rohstoffen eröffnet sich für landwirtschaftliche Betriebe damit ein relativ zukunftssicheres Geschäftsfeld. Das Wuppertal Institut geht beispielswiese davon aus, dass in Deutschland unter günstigsten Voraussetzungen bis zum Jahr 2030 ein Biogasanteil von bis zu 100 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr denkbar ist. Diese Menge entspricht etwa zehn Prozent des heutigen Erdgasabsatzes in Deutschland.

Bis zum Jahr 2010 sollen zehn Prozent des Erdgases, das als Kraftstoff eingesetzt wird, aus nachwachsenden Rohstoffen stammen, bis zum Jahr 2020 soll dieser Anteil auf 20 Prozent steigen.