Start

Probebetrieb: Einspeisung von veredeltem Biogas ins Erdgasnetz

Im bayerischen Pliening ist der Bau einer der ersten Biogasanlagen, bei der Biogas direkt in das Erdgasnetz eingespeist wird, abgeschlossen. Am Donnerstag wurde im Rahmen des Probebetriebs nach Betreiberangaben erstmals in Deutschland veredeltes Biogas in das Erdgasnetz eingespeist.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

München/ Pliening (red) – Die Plieninger Anlage ist ein Projekt der RES Renewable Energy Systems und der Aufwind Schmack Gruppe. Projektpartner vor Ort ist der Maschinenring Ebersberg/München Ost e.V., der auch ein umfassendes Ernte- und Logistikkonzept entwickelt hat.

Mit einer jährlichen Aufbereitungskapazität von etwa 3,9 Millionen Nm3 (Normkubikmeter) Biomethan ist die Anlage in Pliening die größte in Bayern und zählt zu den größten Biogasanlagen in Deutschland. Nach Abschluss des mehrwöchigen Probebetriebs beginnt in Pliening ab Anfang nächsten Jahres der Regelbetrieb.

Die Biomethananlage hat eine Energieeinspeisekapazität von rund 40 Millionen kWh (Kilowattstunden), was einem jährlichen Erdgasverbrauch von rund 1.300 Vier-Personen-Haushalten entspricht, so die Betreiber. Mit dem direkt in das Erdgasnetz der Stadtwerke München eingespeisten Biomethan betreibt E.ON Bayern in Poing und Puchheim zwei Blockheizkraftwerke, in denen das Biomethan dann verstromt, in das öffentliche Stromnetz eingespeist und gleichzeitig die anfallende Wärme ganzjährig in ein Fernwärmenetz eingespeist wird.

Zum Betrieb der Anlage werden jährlich mehr als 32.000 Tonnen Biomasse benötigt. Die Einspeisung von veredeltem Biogas in Erdgasnetze hat Vorteile gegenüber der Verstromung vor Ort: Die aus dem erzeugten Biogas gewonnene Energiemenge wird transportabel und kann im Energienetz mit höheren Effizienzen eingesetzt werden.

In den kommenden Tagen wird auch in einer Anlage der STAWAG (Stadtwerke Aachen AG) in Straelen am Niederrhein erstmalig veredeltes Biogas ins Erdgasnetz eingespeist.

Weiterführende Links