Ölpreisbindung überholt

Plusminus: Gasanbieter-Wechsel wird immer attrativer

Gaskunden müssen im kommenden Jahr mit zum Teil deutlichen Preissteigerungen rechnen. Nach Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus wird damit aber ein Wechsel des Gasanbieters für viele Verbraucher in Deutschland künftig attraktiver, weil andere Versorger ihre Preise sogar senken.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Köln (red) - Viele Gasversorger heben ihre Preis bereits ab Januar an und begründen dies mit der Bindung ihres Gas-Bezugspreises an den Ölpreis, wie Plusminus im Vorfeld seiner heutigen Sendung (Das Erste, 21.50 Uhr) berichtet. Andere Versorger widerum senken ihre Preise. Ein Gasvergleich lohnt sich also mehr denn je.

Ölpreisbindung für Gaspreise ist überholt

Hintergrund sind gegensätzliche Entwicklungen am Öl- und am Gasmarkt. Während der Ölpreis seit Jahresbeginn wieder deutlich gestiegen ist und wegen der Ölpreisbindung vielfach auch für Preissteigerungen beim Erdgasas sorgt, sind die Großhandelspreise für Erdgas wegen eines Überangebots auf dem Weltmarkt und auch an der deutschen Energiebörse auf einem Tiefstand.

Experten halten die Ölpreisbindung beim Erdgas daher inzwischen für nicht mehr haltbar. Der Chef-Analyst der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, erklärte gegenüber Plusminus: "Wir haben künftig ein Überangebot an Gas. Das gibt uns die Chance, die Koppelung an den Ölpreis zu brechen, denn es gibt einen Druck zur Preissenkung beim Gas."

Kunden können mit Gasanbieterwechsel sparen

Diesen Druck zur Preissenkung können Verbraucher schon heute nutzen. Durch einen Wechsel zu einem Versorger, der seine Gaspreise nicht an den Ölpreis koppelt, lassen sich in vielen Regionen bis zu 20 Prozent und mehr sparen. Für einen vierköpfigen Haushalt macht das rund 200 bis 400 Euro im Jahr aus.