Probebohrungen

Ölvorkommen vor den Kanaren angepeilt

Die als Reiseziel beliebten Kanarischen Inseln könnten im kommenden Jahr Ziel von Probebohrungen auf der Suche nach Erdöl werden. Der Konzern Repsol will vor den Inseln bohren. Spanien könne mit den Vorkommen zehn Prozent des eigenen Erdölbedarfs abdecken und dadurch Einsparungen in Milliardenhöhe erzielen.

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Las Palmas de Gran Canaria/Brüssel (dpa/red) - Der spanische Mineralölkonzern Repsol will im kommenden Jahr bei den Kanarischen Inseln im Atlantik nach Erdöl bohren. Die Probebohrungen könnten im Mai 2014 beginnen, wenn bis dahin die erforderlichen Genehmigungen vorlägen, sagte der Repsol-Präsident Antonio Brufau am Donnerstag in Las Palmas de Gran Canaria.

Zukunft der Insel in Gefahr

Die Verantwortlichen auf der Inselgruppe sind strikt gegen das Vorhaben, weil sie um den Tourismus fürchten, der die wirtschaftliche Grundlage der Kanaren bildet. Der Chef der kanarischen Regionalregierung, Paulino Rivero, setzte sich am Donnerstag in Brüssel bei der EU-Kommission für ein Verbot der Ölbohrungen ein. "Das Vorhaben würde die Zukunft der Inseln in Gefahr bringen", sagte er. Repsol denke kurzfristig und nur an das Geld.

Einsparungen in Milliardenhöhe

Demgegenüber betonte der Repsol-Chef, kaum ein Land habe derzeit die Chance, so große Erdölvorkommen zu finden, wie Spanien. Wenn die Schätzungen sich bewahrheiteten, könne bei den Kanaren so viel Erdöl gefördert werden, dass es zehn Prozent des spanischen Bedarfs abdecke. Auf diese Weise könne Spanien bei den Ölimporten in 20 Jahren rund 30 Milliarden Euro sparen.

Quelle: DPA