Erdgaslieferungen

Ölpreisbindung von BGH gebilligt

Die Ölpreisbindung bei Erdgaslieferungen ist nach einer Entscheidung des BGH bei Firmenverträgen durchaus akzeptabel. Aufgrund fachmännischen Wissens seien Unternehmer dazu in der Lage, derartige Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorab selbst zu beurteilen.

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Karlsruhe (dpa/red) - In Gaslieferungsverträgen mit Firmenkunden darf eine Ölpreisbindung festgesetzt werden. Das heißt, dass der Arbeitspreis für Erdgas an den Marktpreis für Heizöl gekoppelt werden darf. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch. Diese Regelung benachteilige Unternehmenskunden nicht unangemessen.

Der BGH gab damit zwei Energieversorgern recht. Die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Mikropolis stritt mit den Berliner Gaswerken um knapp 11.800 Euro. Eine Porzellanfabrik forderte zudem 110.300 Euro vom Oldenburger Energiekonzern EWE zurück.

Vergleich mit Privatkunden

Die beiden Kläger hielten Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ihres Gaslieferungsvertrages, nach denen der Erdgas- an den Heizölpreis gekoppelt ist, für unangemessen. Sie beriefen sich auf BGH-Urteile von 2010. Damals hatte das Gericht gleichlautende Klauseln in Verträgen für Privatkunden als unangemessene Benachteiligung der Verbraucher gekippt. Das müsse auch für Firmen gelten, forderten die Kläger.

Fachkenntnisse gefragt

Das Gericht jedoch setzte auf die Fachkenntnis der Unternehmer: Ob die Bindung des Gaspreises an den Marktpreis für Heizöl sachgerecht und akzeptabel ist, unterliege der kaufmännischen Beurteilung des Firmenkunden. Für einen Unternehmer sei auch ersichtlich, dass es zwischen der Kopplung von Erdgas- und Heizölpreis und künftigen Kostensteigerungen oder -senkungen durch den Gaslieferanten keinen Zusammenhang gebe. Es sei zudem zu erwarten, dass Unternehmer ihre Kosten - auch auf dem Energiesektor - sorgfältig kalkulierten.

"Unternehmen mit großem Energiebedarf holen sich mehrere Angebote von Gasversorgern ein, bevor sie Verträge abschließen", bestätigte der Energierechtsexperte und Anwalt Christian Marthol von der Kanzlei Rödl & Partner.

Das Urteil ist die erste Entscheidung des BGH zu Preisklauseln in Gaslieferungsverträgen mit Unternehmern. Dem Gericht liegen noch weitere Klagen dazu vor.

Quelle: DPA