Preisanstieg

Nur Gaspreise verhindern Energiekostenexplosion

Die Energiepreise sind in den letzten zwölf Monaten deutlich angestiegen. Nur die moderaten Gaspreissteigerungen verhindern eine noch schlimmere Energiekostenexplosion, wie der Verivox-Verbraucherpreisindex dokumentiert. Denn die Gaspreise stiegen bislang weniger stark als befürchtet.

Gaspreise© Kautz15 / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Die Gaspreise haben sich um vergleichsweise geringe zwei Prozent erhöht, was in etwa der Inflationsrate entspricht. Die Stromkosten sind dagegen um zwölf Prozent gestiegen und haben sich damit stärker erhöht als jemals zuvor.

Gaskosten im Jahresvergleich kaum angestiegen

Über den durchschnittlichen Gaspreis in Deutschland gibt der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas Auskunft. Dieser Index berücksichtigt nicht nur die Preise der örtlichen Grundversorger, sondern auch die Tarife der überregionalen Gasanbieter. Im Januar 2012 weist der Index für die Abnahme von 20.000 Kilowattstunden Erdgas einen Preis von 1.290 Euro aus. Ein Jahr später liegt der Preis für die gleiche Abnahmemenge bei 1.312 Euro, was einem Gaspreisanstieg von rund zwei Prozent entspricht.

"Der Anstieg im Bereich Gas entspricht der allgemeinen Teuerungsrate. Hintergrund dieser Preisentwicklung sind die verfügbaren Gasmengen und die flexibleren Beschaffungsstrategien der Gasversorger", sagt Dagmar Ginzel, Unternehmenssprecherin bei Verivox. Dadurch stiegen die Gaspreise bisher weniger stark als befürchtet.

Strompreis im Schnitt um zwölf Prozent angestiegen

Laut Verivox-Verbraucherpreisindex Strom werden im Januar 2013 für 4.000 Kilowattstunden (kWh) durchschnittlich 1.095 Euro fällig, was einem Preis von 27,37 Cent je kWh entspricht. Im Januar 2012 lag der gleiche Wert noch bei 983 Euro oder einem Kilowattstundenpreis von 24,57 Cent. Ein durchschnittlicher Haushalt muss also 112 Euro mehr pro Jahr bezahlen. Die Strompreise sind damit binnen Jahresfrist um zwölf Prozent angestiegen.

"Die enormen Strompreiserhöhungen gehen im Wesentlichen auf gestiegene Abgaben und Netzentgelte zurück", sagt Ginzel. "Praktisch alle Versorger mussten diese Erhöhungen an die Verbraucher weitergeben. In den letzten zehn Jahren sind die Strompreiserhöhungen regelmäßig im einstelligen Prozentbereich geblieben. Die aktuellen Preiserhöhungen sind in diesem Ausmaß einmalig."

Anbieterwechsel dämpft Preisanstieg

Durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter können die Preiserhöhungen abgemildert werden. Wer noch nie gewechselt hat, kann im Bereich Strom durchschnittlich rund 400 Euro und bei Gas rund 450 Euro einsparen.