Erdgaspipeline

Nordeuropäische Erdgasleitung kommt in die heiße Bauphase

Die 440 Kilometer lange Nordeuropäische Erdgasleitung soll in Zukunft 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland transportieren. Damit sollen 26 Millionen Haushalte versorgt werden. Nun beginnt mit der Unterquerung der Elbe die schwierigste Etappe des Bauvorhabens.

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Lubmin/Horst (dapd/red) - Die Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) soll jährlich 20 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas quer durch Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bis nach Rehden im Landkreis Diepholz transportieren. Sie beginnt am Ende der deutsch-russischen Ostseepipeline in Lubmin nahe Greifswald. Am dortigen Anladepunkt wird der Gasstrom aufgeteilt: auf die NEL und die Ostseepipeline-Anbindungsleitung (OPAL), die das Gas Richtung Süden bis zur tschechischen Grenze bringt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Dimitri Medwedew wollen die OPAL in der kommenden Woche freigeben und den ersten Strang der Ostseepipeline einweihen. Durch ihn floss Mitte September erstmals Gas. Parallel wird ein zweiter Strang gebaut, der Ende 2012 mit der NEL in Betrieb gehen soll.

Der Bau der NEL-Trasse

Die rund eine Milliarde Euro teure NEL-Trasse wird 440 Kilometer lang und führt an Schwerin, Hamburg und Bremen vorbei. Etwa 307 Kilometer Leitung baut das Unternehmen Wingas, den Rest E.on Ruhrgas. In 15 Monaten Bauzeit müssen mehr als 24.400 jeweils 18 Meter lange und 15 Tonnen schwere Rohrsegmente miteinander verschweißt werden. Wenn alles fertig ist, soll Erdgas in einer Menge nach Deutschland geliefert werden, die für die Versorgung von 26 Millionen Haushalten ausreicht.

Unterquerung der Elbe

Seine schwerste Etappe hat der Bau der NEL an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen erreicht. Bauarbeiter graben zwischen Boizenburg und Lauenburg zwei 1.080 Meter lange Röhren unter der Elbe hindurch. In einer Woche soll der Fluss unterquert sein, sagte Bauleiter Peter Dennig am Mittwoch nahe dem Ort Horst. Mitarbeiter einer Spezialfirma weiten die Hauptröhre, damit am 10. November die vormontierte Pipeline hineingezogen werden kann. Eine Schwesterröhre ist fast fertig, durch sie sollen Glasfaserkabel unter anderem für die Steuerung der Pipeline verlaufen.