Gas-News
PilotanlageEin weltweit neues System zur Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien soll in den kommenden zwei Jahren im Hessischen Biogasforschungszentrum in Bad Hersfeld erprobt werden. Dabei werde überschüssiger Strom genutzt, um das zu 45 Prozent aus Kohlendioxid bestehende Biogas in reines Methan umzuwandeln.
Bad Hersfeld/Eisenach (dapd/red) - Mit der Umwandlung von Ökostrom in erneuerbares Gas wollen Hessen und Thüringen zur Energiewende beitragen. Am Freitag unterzeichneten die Umweltminister der beiden Länder, Lucia Puttrich und Jürgen Reinholz (beide CDU), auf der Wartburg bei Eisenach eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik soll in den kommenden zwei Jahren im Hessischen Biogasforschungszentrum in Bad Hersfeld ein neues System zur Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien erprobt werden.
Von einem "bundesweit einmaligen Projekt" sprach die hessische Ressortchefin Puttrich, und ihr thüringischer Amtskollege Reinholz sagte: "Das ist ein wunderbarer Schritt in die richtige Richtung zur richtigen Zeit." Das 600.000 Euro teure Forschungsvorhaben "Power to Gas" soll dazu beitragen, das Problem der starken Schwankungen bei der Produktion von Ökostrom aus Wind- und Solarenergie zu lösen. Herzstück der vom Fraunhofer-Institut IWES entwickelten Pilotanlage, die in Bad Hersfeld nun unter praxisnahen Bedingungen getestet werden soll, ist eine sogenannte Methanisierungsanlage.
Wie IWES-Leiter Jürgen Schmid erklärte, wird dabei Biogas mit Hilfe von Wasserstoff zu reinem Methan aufbereitet. Normalerweise bestehe Biogas nur zu 55 Prozent aus dem Energieträger Methan - der Rest sei Kohlendioxid und damit "nutzloser Ballast", erläuterte der Professor. "Für jedes nutzlose Molekül CO2 schieben wir ein energiereiches Methanmolekül in den Speicher", sagte Schmid. "Das hat weltweit noch niemand gemacht." Die nötige Energie soll zu Zeiten hoher Stromproduktion und geringer Nachfrage aus dem Netz entnommen werden. Mit dem so gewonnenen Gas könne dann je nach Bedarf wieder Strom erzeugt werden.
Das durch die Methanisierung produzierte Gas lasse sich aber auch direkt ins Erdgasnetz einspeisen, sagte Schmid. Das sei bei Biogas bislang nur nach einer teuren und aufwendigen Aufarbeitung möglich, bei der zudem das klimaschädliche Kohlendioxid frei werde. Während sich dieses herkömmliche System wegen der hohen Kosten nur bei großen Biogasanlagen lohne, sei die neu entwickelte Technik wesentlich einfacher und damit auch für Betreiber kleiner Anlagen interessant: "Wir vergleichen hier eine kleine Chemiefabrik mit einem Ofenrohr", sagte der Institutsleiter. "Ich sehe deshalb ein sehr großes Potenzial der Kostenreduzierung."
Schmid räumte ein, dass bei der doppelten Umwandlung von Strom zu Gas und wieder zurück zu Strom rund 60 Prozent der eingesetzten Energie verlorengehen. Wenn aber auch die dabei entstehende Wärme genutzt würde, lasse sich der Verlust auf 30 Prozent senken. "Damit kommen wir, was den Wirkungsgrad angeht, in die Nähe von Pumpspeicherkraftwerken." Große Pumpspeicheranlagen sind derzeit das meistgenutzte Mittel, um Schwankungen bei der Stromnachfrage auszugleichen: Mit überschüssiger Energie wird Wasser in Bergbassins gepumpt, um es bei höherem Bedarf durch Turbinen wieder abzulassen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Der deutsche Technologiekonzern Siemens und der italienische Kabelhersteller Prysmian bauen gemeinsam eine wichtige neue Meeresstromleitung in Großbritannien. Nach Angaben der Unternehmen handele es sich um einen technischen Meilenstein, der strategische Bedeutung für die Umstellung auf Ökostrom habe.
Der Pottwal "Theofiel" war letzte Woche im belgischen Seebad Knokke-Heist angespült worden, bei seinem Tod soll es sich um einen Unfall gehandelt haben. Nun wird der tote Wal zu Biokraftstoff und dann zu elektrischer Energie verarbeitet: Da er gute 12 Tonnen Fett liefert, könnten mit der Energie 14 Haushalte ein Jahr versorgt werden.
Die Bundesregierung prüft laut einem Bericht des "Spiegel" Pläne der EU-Kommission, die schrumpfende griechische Wirtschaft mit Hilfe deutscher Stromkunden anzukurbeln. Die EEG-Förderung könnte für griechische Unternehmen geöffnet werden, die Ökostrom ins europäische Stromnetz einspeisen. Das Wirtschaftsministerium in Berlin erteilte diesen Überlegungen eine Absage.
Ein hoher Energieverbrauch belastet bei den aktuellen Strom- und Gaspreisen die Haushaltskasse enorm. Daher versuchen immer mehr Deutsche, ihren Energieverbrauch zu drosseln. Gerade beim Strom lässt sich hier einiges sparen, auch ohne dass man im Dunkeln sitzt. Paradoxerweise wird beim Gerätekauf aber oft zuungunsten der Energieeffizienz entschieden.
Verbraucherschützer haben ein einheitliches und aussagekräftiges Ökostrom-Siegel gefordert. "Wie bei Biolebensmitteln brauchen wir endlich auch beim Ökostrom Verlässlichkeit", erklärte der Vorstand vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Gerd Billen, am Freitag in Berlin.Gaspreise vergleichen
Geben Sie einfach Postleitzahl und Gasverbrauch (kWh pro Jahr) ein und wir finden günstige Gastarife für Sie!