Gas-News
SicherheitsrisikoEin Teil der Gasanbieter ist seit 2009 dazu übergegangen, Gas neue Geruchsstoffe beizumischen. Jetzt wurden anlässlich eines Gaseinsatzes in Sachsen-Anhalt Bedenken laut. Bürger sind unzureichend informiert und kennen den neuen Geruch nicht. Das könnte dazu führen, dass Gaslecks unbemerkt bleiben.
Weißenfels (red) - Der bekannte schwefelig-faulige Geruch, der noch immer von vielen mit Gas assoziiert wird, wurde dem an sich geruchslosen Erdgas ebenfalls beigesetzt. Es handelt sich um eine wichtige Sicherheitsmaßnahme, damit austretendes Gas bemerkt wird. 2009 ging man dazu über, einen neuen Gasgeruch zu entwickeln. Grund dafür: Die schwefelhaltigen Substanzen sind umweltschädlich und schaden beispielsweise den Motoren von Erdgasfahrzeugen.
Jetzt wurden anlässlich eines Gaseinsatzes in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) Sicherheitsbedenken laut, wie das Onlineportal der Mitteldeutschen Zeitung berichtet. Dort war bei Aushubarbeiten eine Leitung beschädigt worden, die Feuerwehr musste das Leck abdichten. Steve Homberg, Leiter der Wehr, äußerte daraufhin seine Bedenken. Bürger würden den neuen Geruch nicht mit Gas assoziieren und damit die Gefahr nicht wahrnehmen, die durch ein Gasleck entsteht. Feuerwehren hätten bundesweit die gleiche Erfahrung gemacht.
(Foto / Abb.: C. Barhorst / Fotolia)
Die Stadtwerke hätten Informationen zur Geruchsumstellung herausgegeben, scheinbar haben diese Informationen aber nur wenige Bürger erreicht. Der neue Duftstoff wurde der Zeitung zufolge von Weißenfelser Erzieherinnen Desinfektionsmitteln oder Kleister zugeordnet. Eine Gefahr hätten sie damit nicht assoziiert. Die Leiterin der Kindertagesstätte will schnellstmöglich Faltblätter mit Geruchsproben verteilen.
Viele Anbieter verwenden noch den alten Gasgeruch oder haben wieder zurückgewechselt. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter und fragen Sie nach einer Geruchsprobe. Zudem sollte man seine Gasleitungen in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen.
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