"Gestrandete Investitionen"

Nagelneues Gaskraftwerk geht nicht ans Netz

Der norwegische Statkraft-Konzern hat am Donnerstag in Hürth bei Köln ein nagelneues, 350 Millionen Euro teures Gaskraftwerk in Besitz genommen, fährt die Anlage aber nicht an. Grund seien die niedrigen Börsenstrompreise bei gleichzeitig teurem Gas, sagte Statkraft-Manager Jürgen Tzschoppe.

Hamm-UentropBeispielbild eines Gaskraftwerkes© Ralf Urner / Fotolia.com

Hürth (dpa) - Branchenweit leiden vor allem die flexiblen Gaskraftwerke wie jenes von Statkraft unter den Marktverschiebungen durch den Einspeisevorrang und das schnelle Wachstum der erneuerbaren Energien und den Absturz der Börsenstrompreise. Die Politik nehme "gestrandete Investitionen" in Milliardenhöhe in Kauf, sagte Tzschoppe.

Eines der modernsten Kraftwerke der Welt

Das Kraftwerk zählt mit einem Wirkungsgrad von fast 60 Prozent zu den modernsten der Welt und könnte mit rund 430 Megawatt bis zu 500 000 Menschen mit Strom versorgen. Derzeit hoffe das Unternehmen auf ein Anfahren der Anlage im Herbst, wenn die Stromnachfrage steige, hieß es. Schon Im Januar hatte der Branchenverband BDEW ein düsteres Bild gezeichnet. 2012 sei der Erdgas-Anteil an der Stromerzeugung in Kraftwerken um fast 27 Prozent regelrecht eingebrochen.

Quelle: DPA