Rückzahlung gefordert

Kunde klagt erneut gegen Gasversorger Gasag

Ein Berliner Privatmann, der Mitte Juli ein wegweisendes Urteil beim Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Gasversorger Gasag erstritten hatte, will erneut gegen das Unternehmen klagen und das zu viel gezahlte Geld zurückfordern. Laut Verbraucherschützern müsste jeder Kunde der Gasag rund 150 Euro zurück erhalten.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Berlin (ddp-bln/red) - Er wolle von der Gasag den Betrag zurückfordern, den das Unternehmen in zwei Tariferhöhungen im Oktober 2006 und im Januar 2007 zusätzlich eingenommen habe, sagte der Mann dem "Tagesspiegel am Sonntag". Die Gasag lehnt das ab. "Ich werde jetzt Klage einreichen müssen", sagte der 69-jährige Rentner aus dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf der Zeitung.

Weitere Preisklauseln könnten angefochten werden

Der BGH hatte am 15. Juli der Klage des Mannes stattgegeben und eine Tarifanpassungsklausel in seinem Kundenvertrag für ungültig erklärt (Az. VIII ZR 225/07). Diese Klausel befindet sich auch in Verträgen von mehr als 300.000 Gasag-Kunden. Das Urteil hatte bundesweit Beachtung gefunden, weil Experten vermuten, dass auch andere Strom- und Gasversorger ähnliche, jetzt für ungültig erklärte Preisanpassungsklauseln in ihren Verträgen stehen haben. Diese könnten mit Verweis auf das Urteil nun angefochten werden.

Verbraucherschützer fordern Rückzahlung

Verbraucherschützer haben die Gasag bereits aufgefordert, allen betroffenen Kunden das mit den beiden Preiserhöhungen zusätzlich eingenommene Geld zurückzuzahlen. Laut Schätzungen wären das im Schnitt rund 150 Euro je Kunde. Die Gasag lehnte das mit dem Argument ab, dass selbst dann, wenn das Unternehmen eine unbeanstandete Preisanpassungsklausel verwendet hätte, seine Kunden zu keiner Zeit einen anderen Preis bezahlt hätten. Ein Rückzahlungsanspruch ergebe sich aus dem BGH-Urteil nicht. Um das zu widerlegen, will der Rentner in etwa zwei Wochen Klage beim Amtsgericht in Berlin-Tiergarten einreichen.