Gas-News
EigenbedarfWegen erhöhten Gasbedarfs im eigenen Land im Zuge der Kältewelle hat der russische Energiekonzern Gazprom seine Gaslieferungen in die Europäische Union zurückgefahren. Betroffen seien Deutschland, Polen, Österreich, Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die Slowakei.
Brüssel (AFP/red) - Das sagte eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Brüssel. Alle Länder hätten jedoch versichert, dass vorerst keine Engpässe drohten.
Russland habe mitgeteilt, wegen der starken Kälte selbst mehr Gas zu benötigen, und die Verträge zwischen dem Gasanbieter Gazprom und den europäischen Abnehmern sähen für derartige Fälle eine "gewisse Flexibilität" vor, fügte die Sprecherin hinzu. Besonders betroffen sind nach Kommissionsangaben Italien mit einem Rückgang der Gaslieferungen um 24 Prozent und Österreich mit einem Rückgang um 30 Prozent.
Auch in Deutschland macht sich der Rückgang der Lieferungen erheblich bemerkbar. Die beiden größten deutschen Energiekonzerne, Eon und RWE, erhalten derzeit knapp ein Drittel weniger russisches Gas als in normalen Zeiten, wie Sprecher beider Unternehmen AFP bestätigten. Seit Donnerstag sei zu spüren, dass Gazprom seine Lieferungen drossele, sagte eine RWE-Sprecherin.
Angst, dass ihre Gasheizung in Kürze kalt bleiben könnte, müssten deutsche Verbraucher aber keine haben, beschwichtigen auch die Unternehmen. "Im Moment gibt es keine Probleme, weil die Speicher noch gut gefüllt sind", sagte die RWE-Sprecherin. Auch Eon bestätigte, dass die eigenen Speicher für die Jahreszeit noch hoch gefüllt seien. In den warmen Monaten Dezember und Januar war der Gasverbrauch deutlich geringer ausgefallen als sonst in den Wintermonaten.
Gazprom verteidigte derweil sein Verhalten gegenüber den europäischen Kunden. "Wir haben eine vertraglich vereinbarte Menge an Gas pro Monat und pro Tag, die Gazprom liefern muss", sagte Gazprom-Exportchef Sergej Komlew der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS. "Wir kommen diesen Verpflichtungen nach, aber die Kunden fragen größere Mengen nach als wir vertraglich verpflichtet sind zu liefern." Es gebe einen Unterschied zwischen dem, was die Kunden wollten, und dem, was im Vertrag vereinbart sei.
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