Verbraucherschutz

Gasanbieter werben bei Verbraucherzentrale Kunden an

Gasanbieter lauern bei der Hamburger Verbraucherzentrale auf Kunden. Der Grund ist, dass E.ON Hanse mindestens 10.000 Kunden eine Kündigung geschickt hat und diese Kunden gerade ohne Lieferverträge dastehen. Grund für die Kündigung war eine juristisch umstrittene Preisänderungsklausel.

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Berlin (red) – Welt Online berichtete am Freitag, dass die Hamburger Verbraucherzentrale sich derzeit nicht vor Gasanbietern retten könne. Der Hintergrund: E.ON Hanse hatte verschiedenen Medienberichten zufolge rund 10.000 Kunden eine Kündigung geschickt. Diese Kunden hatten noch alte E.ON-Verträge mit einer juristisch umstrittenen Preisänderungsklausel. Der Energieversorger hatte im Herbst 2009 einen von der Hamburger Verbraucherzentrale organisierten Rechtsstreit wegen mehrerer Preiserhöhungen verloren. Das Hamburger Landgericht erklärte dabei die Preisänderung für rechtswidrig.

Verbraucher-Gemeinschaft für gekündigte Kunden

Weil E.ON mit den alten Verträgen keine Preisanpassungen mehr vornehmen kann, bietet der Energieversorger den Kunden nun neue Verträge an. Ein 80-Euro-Bonus soll dabei die Kunden locken, damit diese zum selben Preis in den flexibleren Tarif "Ideal-Gas" wechseln. Die Verbraucherzentrale will das jedoch vermeiden. Sie will versuchen, die Kunden bei anderen Anbietern mit besseren Konditionen unterzubringen und eine Gemeinschaft organisieren. Der Gemeinschaft seien bereits 2500 Kunden beigetreten - eine Zahl, die Gasanbieter der Konkurrenz auf den Plan ruft. Die Gemeinschaft hat nun laut Verbraucherschützer-Chef Günter Hörmann acht bis neun Angebote von anderen Gasanbietern. Diese werden nun verglichen. Die Gemeinschaft ist zuversichtlich, dass am Ende günstigere Gastarife für Kunden rausspringen werden. Eine Rückkehr zu E.ON wird dabei ausgeschlossen.

Vorwürfe des Konzerns

Der Energiekonzern wirft der Verbraucherzentrale vor, ihre Neutralitätspflicht zu Verletzen. Hörmann erklärt dazu jedoch:" Wir sind nicht neutral, sondern stehen auf der Seite der Kunden." Er bereitet indes schon den nächsten Schritt gegen den Konzern vor. Das Unternehmen will anscheinend alte Kunden per Anruf zu einem neuen Vertrag überreden. Das wäre Nachfasswerbung, und diese ist verboten. Die Verbraucherzentrale überlegt nun, dagegen vorzugehen.