Luftqualität

Feinstaubwerte in Europa immer noch hoch

Trotz aller Bemühungen zur Reduzierung von Emissionen sind die Feinstaubwerte in europäischen Städten immer noch hoch. Laut einer Messung aus dem Jahr 2014 sind 85 Prozent der städtischen Bevölkerung schädlichen Feinstaub-Konzentrationen ausgesetzt.

Feinstaubplakette© Henry Schmitt / Fotolia.com

Kopenhagen – Trotz erheblicher Emissionsreduktionen sind immer noch zu viele Menschen in Europa gesundheitsgefährdendem Feinstaub ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem jährlichen Bericht zur Luftqualität, der am Mittwoch in Kopenhagen vorgestellt wurde.

85 Prozent schädlicher Feinstaubbelastung ausgesetzt

Im Jahr 2014 mussten demnach 85 Prozent der städtischen Bevölkerung eine Feinstaubbelastung hinnehmen, die nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädlich ist. Gemessen an den Grenzwerten der EU, die höher liegen, waren bis zu 17 Prozent der Stadtbewohner zu hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt.

Die EUA schätzt, dass jedes Jahr 467.000 Menschen aufgrund von Luftverschmutzung vorzeitig sterben. Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern. Der Bericht stützt sich auf Messungen von 2014 in mehr als 400 Städten in 41 europäischen Ländern.

Langsame Verbesserung der Luftqualität

Dabei sind die Bemühungen der europäischen Länder, den Ausstoß gefährlicher Stoffe zu reduzieren, messbar. "Wir sehen eine langsame Verbesserung der Luftqualität, wo Kohlekraftwerke geschlossen und mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird", sagte der Leiter der Untersuchung, Martin Adams. Doch während man in der Industrie große Fortschritte mit der Emissionsreduzierung mache, würden andere Bereiche wie die privaten Haushalte vernachlässigt. "In einigen Ländern ist das Heizen mit Holz ein großes Problem, in anderen die Verwendung von Düngemitteln in der Landwirtschaft."

Verkehr ist Verursacher Nummer 1

In Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Griechenland sei zum großen Teil der Verkehr für die schlechte Luft verantwortlich. Adams forderte die Länder auf, stärker auf Maßnahmen wie Fahrverbote zu setzen und alte Autos aus den Innenstädten zu verbannen. "Wir müssen den Ursachen der Luftverschmutzung begegnen und das bedeutet einen grundlegenden und innovativen Wandel unserer Mobilitäts-, Energie- und Nahrungsmittelsysteme", sagte EUA-Geschäftsführer Hans Bruyninckx.

Quelle: DPA