Gas-News
SchuldenabbauInvestoren aus den Fonds der australischen Bank Macquarie übernehmen die E.on-Tochter Open Grid Europe. Für das Unternehmen, das das größte Gasleitungsnetz in Deutschland betreibt, wurde laut E.on ein guter Preis erzielt. Der Verkauf soll dem Schuldenabbau dienen und sei für zukünftige Investitionen nötig gewesen.
Düsseldorf (dapd/red) - Ende einer Ära: Deutschlands größter Energieversorger E.on verkauft sein deutsches Ferngasnetz an ein Konsortium um die australische Bank Macquarie. Für die Gasnetztochter Open Grid Europe (OGE) erhält der Düsseldorfer Konzern einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Euro. Mit der Veräußerung kommt E.on dem Ziel näher, bis Ende 2013 rund 15 Milliarden Euro durch Desinvestitionen zu erzielen und hat jetzt bereits mehr als zwölf Milliarden Euro erlöst. Die Mittel sollen zum Schuldenabbau und für Investitionen in Wachstumsgeschäfte eingesetzt werden.
E.on verkaufte seine Tochterfirma im Gasnetz.
Dem Käuferkonsortium gehören neben Macquarie auch der Vermögensmanager der Versicherungen Münchener Rück/Ergo MEAG, der Staatsfonds von Abu Dhabi und ein großer institutioneller Investor aus Kanada an. Ein E.on-Sprecher sagte, es handele sich um Infrastrukturinvestoren mit einer langfristigen Anlageperspektive.
Einige der künftigen OGE-Eigentümer haben bereits Erfahrung mit Infrastrukturunternehmen in Deutschland. So übernahmen Macquarie-Fonds 2010 das in der Thyssengas GmbH zusammengefasste 4.100 Kilometer lange Gasfernleitungsnetz von RWE. Und die MEAG ist auch am Strom-Übertragungsnetzbetreiber Amprion beteiligt.
Der Verkauf muss noch vom Bundeskartellamt und dem Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Außenwirtschaftsgesetzes genehmigt werden, damit das Closing der Transaktion im dritten Quartal dieses Jahres erfolgen kann.
Der Verkauf an institutionelle Anleger verringere die Gefahr eines Arbeitsplatzabbaus bei der Netzgesellschaft, hieß es bei E.on. Auch mit dem Preis zeigte sich der Konzern zufrieden. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe) hatte E.on selbst zunächst mit einem Verkaufserlös von 2,5 Milliarden Euro gerechnet. Zu den unterlegenen Mitbietern gehört nach Angaben der Zeitung der französische Konzern GDF Suez.
OGE mit Hauptsitz in Essen betreibt das größte Ferngasleitungsnetz in Deutschland mit einer Länge von rund 12.000 Kilometern und ist die europäische Drehscheibe für große Gasströme aus Russland und Norwegen. Das Unternehmen ging aus dem Gastransportbereich der E.on Ruhrgas AG hervor. Auf Druck der EU wurde das Unternehmen allerdings 2010 vollständig von der Muttergesellschaft entflochten und als unabhängiger Transportnetzbetreiber eingerichtet.
Netzgesellschaften wie Open Grid Europe gelten als solide Lieferanten von eher bescheidenen Gewinnen. Sie sind daher besonders für Versicherungen und langfristig denkende Anleger mit großem Sicherheitsbedürfnis interessant.
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