Steigender Verbrauch

Energiewirtschaft will 51 neue Kraftwerke bauen

Der Energieverbrauch hierzulande ist im vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen. Neben dem Winter ist vor allem die wachsende Konjunktur der Grund für den Anstieg, denn die Industrie ist Deutschlands größter Energieabnehmer. Wegen des Anstiegs plant die Energiewirtschaft weiterhin in Kraftwerke zu investieren.

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Berlin (afp/red) - Ein kalter Winter, aber auch die steigende Konjunktur, haben für einen erhöhten Energieverbrauch im vergangenen Jahr gesorgt. Insgesamt stiegen Gas- und Stromverbrauch um 4 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mitteilte. Der Gasverbrauch erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 942 Milliarden Kilowattstunden, der Stromverbrauch um 3,8 Prozent auf 530 Milliarden Kilowattstunden.

Industrie liegt mit Energieverbrauch an der Spitze

Bei der Industrie sei der Energiebedarf vor allem aufgrund der Konjunkturbelebung gestiegen. "Zusätzlich hat der kalte Winter die Energienachfrage angekurbelt, da das Jahr 2010 das kälteste Jahr seit 1996 war", erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller zum Beginn der Hannover Messe. Die Industrie ist und bleibt damit nach Angaben des Verbandes der größte Verbraucher von Erdgas und Strom. Der Anteil der Industrieunternehmen am Netto-Stromverbrauch lag 2010 bei 46 Prozent. 37 Prozent des gesamten Erdgases wurde 2010 ebenfalls an die Industrie geliefert.

Energiewirtschaft will weiterhin in Erneuerung von Kraftwerken investieren

Vor dem Hintergrund der Debatten über die künftige Energiepolitik will die deutsche Energiewirtschaft weiter in die Erneuerung der Kraftwerke investieren. Konkret geplant ist laut BDEW bis 2019 der Bau und die Modernisierung von 51 großen Stromerzeugungsanlagen. Derzeit seien bereits 18 Großanlagen im Bau. Für weitere 13 liegen die Genehmigungen vor, darunter zehn große Windenergieanlagen, die vor den deutschen Küsten entstehen.