Pilotprojekt

EnBW nimmt Bio-Erdgas-Anlage in Betrieb

In Burgrieden bei Laupheim hat EnBW am Montag eine neue Bio-Erdgas-Anlage in Betrieb genommen. In dem ungewöhnlichen Pilotprojekt kooperieren Landwirte aus der Region mit der Gemeinde Burgrieden und der EnBW-Tochter Erdgas Südwest.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Karlsruhe/Laupheim (red) - In dem Pilotprojekt kooperieren die EnBW-Tochtergesellschaft Erdgas Südwest und die Bioenergie Laupheim, in der sich 21 Landwirte aus der Region und die Gemeinde Burgrieden zusammengeschlossen haben. Ihre Biogasanlage beliefert die Aufbereitungsanlage der Erdgas Südwest mit jährlich rund fünf Millionen Kubikmeter Rohbiogas.

Im Rahmen eines Demonstrationsvorhabens der EnBW Forschung veredelt die Erdgas Südwest das Biogas zu Erdgas und will jährlich 2,8 Millionen Kubikmeter Bio-Erdgas in ihr Netz einspeisen. Rund tausend Haushalte können auf diese Weise mit Bio-Erdgas versorgt werden. Dr. Heiko Schmid, Landrat des Landkreises Biberach, sprach von einer Win-Win-Situation: 21 Landwirte, die Gemeinde Burgrieden und die Erdgas Südwest arbeiteten "zum Wohle aller" zusammen.

Mit der Pilotanlage zeigt die Erdgas Südwest, wie Bio-Erdgas über die gesamte Wertschöpfungskette vom Biogas-Erzeuger über die Gasaufbereitung, -Verteilung und Nutzung erzeugt und genutzt werden kann. Darüber hinaus werden mit einem neuartigen Verfahren, das in dieser Form nach Angaben von EnBW erstmals in einer Biogas-Aufbereitungsanlage zum Einsatz kommt, die bei der Gasreinigung entweichenden klimaschädlichen Methangase aufgefangen und energiesparend zur Heizung der Fermenter genutzt.

Bislang wird Biogas in der Regel direkt am Ort der Produktion in einem Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung verwendet. Allerdings kann die entstehende Wärme in vielen Fällen kaum genutzt werden. Für Dr. Hans-Josef Zimmer, Technikvorstand der EnBW, setzt hier die Idee von Bio-Erdgas an: "Biogas kann – zu Erdgas veredelt – über das vorhandene Erdgasnetz transportiert und an Orten mit hohem Wärmebedarf effizient genutzt werden. Wir entkoppeln damit Erzeugung und Verbrauch – örtlich und zeitlich."