Gasspeicher gefüllt

E.ON Ruhrgas warnt vor neuer Gaskrise

Deutschlands größter Gasimporteur E.ON Ruhrgas warnt vor einem neuen Energiekonflikt in Europa. Wenn die Ukraine ihre Gasrechnung an Russland nicht zahle, könnte es auch in Europa wieder zu Gaslieferengpässen kommen. Die Gasspeicher von E.ON Ruhrgas seien aber gut gefüllt.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

München (afp/red) - "Die Probleme zwischen Russland und der Ukraine sind nach wie vor nicht gelöst", sagte Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe). Die Branche schaue schon seit einer Zeit gespannt nach Kiew: "Niemand weiß, wie lange die Ukraine zahlen kann." Eine Eskalation sei grundsätzlich nicht auszuschließen. Wegen eines Streits um die Bezahlung hatte der russische Gasriese Gazprom Anfang des Jahres die Gaslieferungen nach Europa für mehrere Tage gestoppt. Vor allem in Osteuropa waren viele Haushalte ohne Gas.

Gasspeicher gut gefüllt

Deutschland bezieht rund 40 Prozent seiner Gasimporte aus Russland. Die Versorgung sei aber auch im Fall eines neuen Lieferstopps gesichert, sagte Reutersberg. "Die Speicher in Westeuropa sind voll - auch die in der Ukraine." Ruhrgas habe auch im vergangenen Winter die Ausfälle in Deutschland ausgleichen und sogar Aushilfsmengen nach Mittel- und Osteuropa liefern können. "Selbst in einem harten Winter können wir unsere Kunden für einen Monat oder länger versorgen."

Keine Senkung der Gaspreise bei E.ON

Die Gaspreise für die Verbraucher werde E.ON Ruhrgas vorerst nicht senken, sagte Reutersberg der "SZ". "Über den Jahreswechsel bleiben die Verbraucherpreise von E.ON auf aktuellem Niveau." Wie sie sich danach entwickelten, lasse sich noch nicht sagen. Der Gaspreis sei in vielen Verträgen an den Ölpreis gekoppelt, "und der fährt zur Zeit Achterbahn".