Kürzungen

Bundesnetzagentur genehmigt weitere Strom- und Gasnetzentgelte

Inwieweit sich die Netzentgeltsenkungen auf die aktuellen Strom- und Gaspreise auswirken, ist unklar, da die Netzkosten nur einen Teil der gesamten Strom- und Gasbeschaffungskosten darstellen. Doch eine etwaige Strom- und Gaspreiserhöhung wird hierdurch zumindest gedämpft.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Netzentgeltgenehmigungen im Strombereich

Bonn (red) - Die Bundesnetzagentur hat im Wege der so genannten Organleihe weitere Stromnetzentgeltgenehmigungen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen erteilt. Die jeweiligen Kürzungen des beantragten Kostenblocks liegen zwischen 20 Prozent und vier Prozent. So müssen beispielsweise die Stadtwerke Schwerin ihre beantragten Entgelte um elf Prozent absenken, die Versorgungsbetriebe Kronshagen sogar um 20 Prozent. Andere Versorger wie die Stadtwerke Bad Lauterberg im Harz oder die Elektrizitätswerke Stadt Garding müssen nur geringe Abstriche hinnehmen.

Die Stadtwerke Bredstedt weisen eine Besonderheit auf. Die eigenen Kosten wurden zwar gekürzt, jedoch stiegen die Kosten des vorgelagerten Netzes in dem Maße, dass die Kostenkürzung überkompensiert wurde. Alle Entgeltgenehmigungen gelten bis zum 31. Dezember 2007.

Außerdem hat die Bundesnetzagentur in eigener Zuständigkeit mit Wirkung zum 1. Januar 2007 die Stromnetzentgelte der Energiedienst Netze GmbH mit Sitz in Rheinfelden und mit Wirkung zum 1. Februar 2007 die Entgelte der Stadtwerke Augsburg Netze GmbH genehmigt. Die Kürzungen gegenüber den beantragten Kosten belaufen sich jeweils auf gut zwölf Prozent.

Des Weiteren wurden mit Wirkung zum 1. März 2007 die Netzentgelte der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, der Harz Energie Netz GmbH aus Osterode und der ESWE Versorgungs AG mit Sitz in Wiesbaden erteilt. Bei der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG waren rund zwei Prozent der beantragten Kosten nicht anerkennungsfähig; bei der Harz Energie Netz GmbH betrug die von der Bundesnetzagentur veranlasste Kürzung gut 15 Prozent und bei der ESWE Versorgungs AG wurden die beantragten Kosten um knapp zehn Prozent gekürzt.

Zum 1. April 2007 wurden die Entgelte der Stadtwerke Leipzig Netz GmbH genehmigt. Hier waren 13 Prozent des beantragten Kostenblocks nicht anerkennungsfähig.

Netzentgeltgenehmigungen im Gasbereich

Die Bundesnetzagentur hat jetzt auch im Wege der Organleihe für die Landesregulierungsbehörden Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die Entgelte für eine Reihe weiterer Gasnetzbetreiber genehmigt. Die Prüfung ergab Kürzungen gegenüber den beantragten Kosten zwischen 20 Prozent und fünf Prozent.

Außerdem hat die Bundesnetzagentur in eigener Zuständigkeit die Gasnetzentgelte der Stadtwerke Wertheim GmbH und der Netzgesellschaft Ostwürttemberg GmbH (beide Unternehmen liegen in Baden-Württemberg) sowie der VSG-Netz GmbH (Schleswig-Holstein) genehmigt. Bei diesen Unternehmen ergaben sich Kürzungen zwischen 27 Prozent und vier Prozent.

Die Absenkungen ergeben sich laut Bundesnetzagentur aus der Überprüfung der aufwandsgleichen Kosten sowie der kalkulatorischen Ansätze des Sachanlagevermögens, des Umlaufvermögens und der Kapitalkosten der Unternehmen. Die Kostenkürzungen führen in aller Regel zu einer Absenkung der Netzentgelte, die aber in den einzelnen Nutzerbereichen und je nach Nachfragestruktur der Kunden unterschiedlich hoch ausfallen.

Zu den Auswirkungen einer Netzentgeltsenkung auf die aktuellen Strom- und Gaspreise können keine allgemein gültigen Aussagen getroffen werden. So stellen die Netzkosten nur einen Teil der gesamten Strom- und Gasbeschaffungskosten dar. Den Verbrauchern kommt eine Absenkung der Netzentgelte aber in jedem Fall zugute, denn eine etwaige Strom- und Gaspreiserhöhung wird hierdurch zumindest gedämpft.