Prognose

Biogas: Starker Zuwachs auch 2007 erwartet

2006 war das bisher erfolgreichste Jahr der Biogas-Entwicklung, so die Bilanz des Fachverbandes Biogas. Die neu installierte Gesamtleistung von mindestens 550 Megawatt sei aufgrund der vierfach höheren Auslastung im Betrieb gleichwertig mit den neuen 2.280 Megawatt an Windkraftanlagen.

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Leipzig (red) - Die etwa 3.500 Biogasanlagen in Deutschland erzeugten in 2006 insgesamt deutlich über fünf Milliarden Kilowattstunden Biogasstrom. Für 2007 rechnet die Branche mit einer Fortsetzung der Entwicklung. Die Kapazitäten, die die Unternehmen in 2006 aufgebaut haben, werden dieses Jahr vollständig zum Einsatz kommen können. Ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 30 Prozent einschließlich des Exports sei realistisch.

"In 2007, wenn der Zubau aus 2006 nach Aufbau der Prozessbiologie volle Betriebsleistung erreicht hat, werden über zehn Milliarden Kilowattstunden Biogasstrom produziert werden", so Markus Ott, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes.

Der Inlandsmarkt bleibt weiterhin wichtigstes Standbein, allerdings wird der Großteil des Wachstums in den beginnenden Exportmärkten stattfinden. Die Exportrate wird in 2007 sicher über 15 Prozent liegen, was einem Zuwachs von 70 Prozent entspräche. Schwerpunktländer sind die Länder der EU (u.a. Italien, Ungarn, Spanien, Benelux) sowie Kanada und die USA.

Der Verband fordert weitere Anreize zur Integration von Biogas in die deutschen Energienetze. Hierzu gehören vorrangig effiziente Anreize für eine weiteren Ausbau der Wärmenutzung aus bestehenden und zukünftigen Biogas-BHKW, das Vorantreiben der Direkteinspeisung ins Erdgasnetz sowie die bedarfsgerechte Stromproduktion mit gespeichertem Biogas.

"Heute werden 300 - 350.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche für Biogas genutzt. Dies sind weniger als 2 Prozent - eine Zahl, die bei der oft unsachlich geführten Diskussion um die Konkurrenz zur konventionellen Landwirtschaft nicht erwähnt wird", mahnt Josef Pellmeyer, Verbandspräsident. Sowohl der Deutsche Bauernverband als auch das Bundesumweltministerium (BMU) gehen von einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität aus. Während heute für die Nahrungsmittelversorgung 0,24 Hektar pro Kopf benötigt werden, seien dies langfristig nur noch 0,15 Hektar pro Kopf. In der Folge steht bis 2030 eine Fläche von 4, 5 Millionen Hektar zur energetischen und stofflichen Nutzung frei zur Verfügung - ohne mit dem Food-Sektor in Konkurrenz zu treten.

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