Energieabhängigkeit

BGR: Deutschland weiter abhängig von Energieimporten

Rohstoffimporte sind für Deutschlands Energieversorgung noch immer sehr bedeutend, so die Bundesanstalt für Rohstoffe. Demnach sind Öl und Gas mit 55 Prozent die Hauptenergieträger. Beide Rohstoffe kommen größtenteils aus einem Land, mit dem momentan Konflikte bestehen.

Erdöl Bohrturm© Jim Parkin / Fotolia.com

Hannover (dpa/red) – Rohstoffimporte sind für Deutschland noch immer von großer Bedeutung. Beim Energiehunger der Industrienation herrscht weiter eine enorme Abhängigkeit vor allem vom Rohstofflieferanten Russland. Vergangenes Jahr stammten nur noch zwei Prozent des Erdöls und zwölf Prozent des Erdgases aus inländischer Förderung, da die heimischen Quellen zur Neige gehen. Das geht aus dem Situationsbericht der Bundesanstalt für Rohstoffe (BGR) in Hannover hervor, der der Nachrichtenagentur dpa am Montag vorlag. Demnach sind Öl und Gas hierzulande Hauptenergieträger mit zusammen 55 Prozent Anteil. Bei beiden dominiert Russland als Hauptlieferant und sorgt für jeweils gut ein Drittel der Importe.

Abhängigkeit von Importen

Bei der gesamten sogenannten Primärenergie - gemeint sind damit alle natürlich vorkommenden begrenzten Quellen wie etwa Öl und auch alle regenerativen wie Wind - hängt Deutschland erheblich von Importen ab.

Die Haupterklärung dafür ist die große Bedeutung von Öl und Gas mit zusammen mehr als der Hälfte Anteil. Denn nur bei Braunkohle, Atomenergie und den Erneuerbaren ist Deutschland Selbstversorger. Die drei Formen kommen aber zusammen noch nicht einmal auf ein Drittel Anteil. Mit 13 Prozent macht die zu fast 90 Prozent importierte Steinkohle den Primärenergiekuchen komplett. Die BGR betont, es sei "auch zukünftig von einem weiteren Anstieg der Importabhängigkeit Deutschlands bei den fossilen Energierohstoffen auszugehen".

Weniger Ausgaben für Rohstoffimporte

Bei der gesamten Rohstoffbilanz hält die BGR fest, dass Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren weniger für seine Rohstoffimporte zahlte als im Vorjahr. Die Finanzkrise 2009 bleibt in dieser Betrachtung als Ausnahme außen vor.

2013 wurden demnach mineralische Rohstoffe wie etwa Metall und Energierohstoffe im Wert von rund 142,8 Milliarden Euro eingekauft. Das war im Vergleich zu 2012 ein Minus von fünf Prozent. Der größte Teil der Kosten entfiel dabei auf die Energierohstoffe (70 Prozent).

Quelle: DPA