Analyse

ARD-Magazin: Konzerngas teurer als Stadtwerkegas

Stadtwerke, die sich noch in rein kommunalem Besitz befinden, verkaufen Erdgas im Schnitt deutlich preiswerter, als Unternehmen, an denen ein großer Energiekonzern beteiligt ist. Dies berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" in seiner Sendung am Dienstag.

Gasherd© ArtmannWitte / Fotolia.com

Köln (red) - So zahlte nach ARD-Angaben der typische Haushaltskunde eines unabhängigen kommunalen Betriebes in den vergangenen 12 Monaten durchschnittlich 6,46 Cent pro Kilowattstunde. Die Unternehmen, an denen ein großer Gaskonzern beteiligt ist, verlangten im Durchschnitt 6,60 Cent. Auf den Jahresverbrauch eines normalen Haushaltes umgerechnet mache dies etwa 30 Euro pro Jahr mehr.

Die Gaskonzerne bestreiten das Preisgefälle zwischen konzerngebundenen und unabhängigen Gasversorgern nicht. Gegenüber "Plusminus" weisen sie aber darauf hin, dass es im Einzelfall auch Konzernbeteiligungen gäbe, die preiswerter seien als einzelne kommunale Anbieter. Außerdem verweisen sie darauf, dass andere Faktoren, wie z.B. örtliche Gegebenheiten, etwa die Anschlussdichte, den Preis stärker beeinflussen als die Frage der Konzernzugehörigkeit.

"Plusminus" hatte die aktuellen Gaspreise mit Informationen über die jeweiligen Besitzverhältnisse abgeglichen. Dabei stellte sich heraus, dass rein städtische Unternehmen im Durchschnitt immer einige Prozent günstiger sind als Gasversorger mit Konzernbeteiligung. Das gilt für einen bundesweiten Vergleich ebenso wie für alle Vergleiche auf Länderebene.

Unter den 50 günstigsten Anbietern finden sich 44 rein kommunale Versorger und nur sechs,an denen ein Energiekonzern beteiligt ist. Unter den 50 teuersten Anbietern sind 33 konzerngebundene. Bei 53 Prozent der 734 erfassten Gasanbieter ist einer der großen Energiekonzerne, teilweise über Tochtergesellschaften, beteiligt. Allein Marktführer E.ON hält an 226 Versorgern Anteile.

Die Sendung wird am Dienstag ab 21.50 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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