Kontrovers

Abwrackprämie für Heizungen noch nicht spruchreif

Die Bundesregierung denkt über eine Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen nach. Entsprechende Pläne befänden sich derzeit in der Ressortabstimmung, so Umweltminister Altmaier. Wenn die Prämie käme, könnte sie wegen der Art der angedachten Finanzierung etlichen Gruppen teuer zu stehen kommen.

Heizkörper© Ruta Saulyte / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Über die Idee der Prämie sprach Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Freitagmorgen mit dem Radiosender Bayern 2. Details nannte Altmaier nicht. Es sei auch "gar nicht klar, ob und wie solche bestimmte Regelungen kommen", schränkte der Minister ein.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass ein Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes Hauseigentümern eine Einmalprämie verspreche, wenn sie ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue Anlage tauschen. Finanziert werden solle dies über eine Abgabe von Heizöl- und Gashändlern.

Viel Gegenwind für Altmaiers Pläne

Der Deutsche Mieterbund befürchtet unterdessen, dass die Händler die Kosten direkt an die Verbraucher weitergeben. "Das macht das Wohnen noch teurer", warnte der Bundesdirektor des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, in der "Bild"-Zeitung. Der Zeitung zufolge heizen 30 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas oder Öl. Das sind 75 Prozent.

Der Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund, Rolf Kornemann, sagte dem Blatt: "Solche Fördermodelle sind nichts anderes als eine Strafsteuer für Öl und Gas." Noch drastischer äußerte sich Dr. Klaus Picard, Geschäftsführer des Verbandes der Mineralölwirtschaft: "Wer heute als Mieter den Strom nicht mehr bezahlen kann, wird morgen auch noch in einer kalten Wohnung sitzen. Wenn Minister Altmaier es mit der Bezahlbarkeit der Energiewende ehrlich meint, muss er diese Pläne stoppen und zwar sofort."