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Beitrag Ich bezahlte für den falschen Zähler - was nun tun? | Zu hoher Stromverbrauch
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10.03.2016 14:17 Zum Anfang der Seite springen
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nach 15 Monaten Meldung vom Stromanbieter

Hallo an Alle,

ich habe einige Fragen zum folgenden Sachverhalt.

Einzug in die Miet-Wohnung (nach Übergabe vom Vormieter: 15.12.2014. Um ehrlich zu sein, habe ich in dem Trubel vergessen mich anzumelden.

Jetzt meldet sich Vattenfall (=Basisstromanbieter in Berlin?!) zu Wort. Seit dem 16.12.2014 bestehe ein Vertrag.

Ich soll zahlen:
Vom 16.12.2014 - 01.12.2015 ca. 850 €. Rechnungsdatum 02.03.2016
Ab 27.03.2016 monatliche Abschlagzahlung von 195 € für 2016.


Meine Fragen:
Ich habe gelesen, dass die Rechnungsstellung nach spätestens 6 Wochen erfolgen muss. Diese hier hat länger gedauert. Muss ich dennoch zahlen? (vor Allem weil bisher keine Abschlagszahlungen oder ähnliches verlangt wurden)
Kann ich rückwirkend den Stromanbieter wechseln (von dem Vertrag wurde ich erst vor ein paar Tagen informiert) um einen günstigeren Tarif zu bekommen?

Wichtig:
Ja, ich habe den Strom genutzt, und ja ich zahle gern dafür. Allerdings würde es mich freuen, wenn es eine Möglichkeit gibt, dieses eben zu reduzieren.

Danke im Voraus.

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11.03.2016 11:59 Zum Anfang der Seite springen
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RE: nach 15 Monaten Meldung vom Stromanbieter

Hallo machiggo,

maßgeblich für Ihren Vertrag mit Vattenfall ( Grundversorger in Berlin gemäß § 36 Energiewirtschaftsgesetz/EnWG www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005 ) ist die Stromgrundversorgungsverordnung/StromGVV www.gesetze-im-internet.de/stromgvv .

Da Sie es versäumt haben, bei Ihrem Einzug mit Vattenfall oder einem anderen Stromversorger einen Liefervertrag abzuschließen, ist der jetzt erstmalig abgerechnete Grundversorgungsvertrag gemäß § 2 Abs. 2 StromGVV zustande gekommen - Zitat:
"Kommt der Grundversorgungsvertrag dadurch zustande, dass Elektrizität aus dem Elektrizitätsversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung entnommen wird, über das der Grundversorger die Grundversorgung durchführt, so ist der Kunde verpflichtet, dem Grundversorger die Entnahme von Elektrizität unverzüglich in Textform mitzuteilen."

Da Sie auch nicht Ihrer Mitteilungspflicht über die Stromentnahme nachgekommen sind, dürfte erst mit der turnusmäßigen Zählerablesung am 01.12.2015 durch den zuständigen Netzbetreiber (das ist in der Hauptstadt die Stromnetz Berlin GmbH) festgestellt worden sein, dass ein Verbrauch stattfindet. Die Rechnungserstellung am 02.03.2016 erklärt sich wohl damit, dass zunächst Sie als der Verbraucher ermittelt werden musste. Bis hierhin sollte alles OK sein.

Nicht nachvollziehbar ist der ab Ende März 2016 verlangte monatliche Abschlagsbetrag: ca. 850 € für 11,5 Mon. 2014/2015 = ca. 900 € für 12 Mon. 2015/2016 : 9 (03 - 11/16) = mtl. 100 € oder : 8 (03 - 10/16) = ~113 €. Der § 41 Abs. 2 EnWG bestimmt - Zitat:
"Wird eine Vorauszahlung vereinbart, muss sich diese nach dem Verbrauch des vorhergehenden Abrechnungszeitraums ... richten. Macht der Kunde glaubhaft, dass sein Verbrauch erheblich geringer ist, so ist dies angemessen zu berücksichtigen."
Das sollten Sie unverzüglich mit Vattenfall klären und regeln.

Einen anderen Vertrag kann man kaum rückwirkend abschließen (das ist grundsätzlich nur bei einem Neueinzug für max. 6 Wochen möglich). Einen preisgünstigeren Sondervertrag können Sie für die Zukunft mit Vattenfall oder mit einem anderen Anbieter vereinbaren. Der Grundversorgungsvertrag kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, was man einem ggf. neuen Versorger überlassen kann (ein Versorgerwechsel dürfte aber 3 - 5 Wochen Zeit in Anspruch nehmen). Eine Tarifänderung bei Vattenfall sollte schneller gehen und vielleicht doch rückwirkend möglich sein (max. bis zum 1. bzw. 2.12.15?), was mit Vattenfall zu klären wäre.

Bei einem Versorgerwechsel z.B. über www.verivox.de aber aufgepasst: Manche "Billig-Discountanbieter" mit wenig seriösen Geschäftspraktiken sollte man besser meiden. Da die Kundenbewertungen in den Vergleichsportalen wenig brauchbar sind, sollte man sich über den ins Auge gefassten Anbieter VOR Auftragserteilung im Netz informieren. Paket-Tarife sollte man nur dann abschließen, wenn man seinen Jahresverbrauch genau kennt. Und Tarife mit Bonus sind m.E. nur sinnvoll, wenn man konsequent jedes Jahr den Versorger wechselt (zu einem solchen Konzept findet man hier www.bezahlbare-energie.de brauchbare Anregungen).

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