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Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

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Beitrag stromverbrauch 10000kwh | Enorm hoher Verbrauch!! Hilfe
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03.08.2009 11:52 Zum Anfang der Seite springen
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Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

hallo,
ich studiere zurzeit Wirtschaftsinformatik und schreibe meine Abschlussarbeit.
Da sich meine Abschlussarbeit mit dem wandel Energiebranche bzgl. der neuen Marktrollen Messtellenbetreiber und Messdienstleister beschäftigt hätte ich ein paar Fragen.

Angenommen ich schließe mit Anbieter "A" einen Energieliefervertrag und da ich im Netzgebiet von Anbieter "B" bin mit diesem einen Netznutzungsvertrag, da wir in meiner annahme schon das jahr 2010 angebrochen haben möchte ich auch gebrauch von meinem recht machen einen "intelligenten zähler" zu bekommen und da mir der von Anbieter "C" sehr gut gefällt schließe ich jetzt auch noch einen messstellenbetreibervertrag mit diesem ab. Und um die Sache abzurunden und weil ein Freund mir einen sehr zuverlässigen Messdienstleister empfohlen hat entschliesse ich mich noch für diesen und schließe noch einen Messdienstleistervertrag mit ihm ab.


Welche Verträge werden jetzt "automatisch" zwischen den Marktrollen geschlossen oder bin ich noch für diverse verträge zuständig?

und viel wichtiger noch wer bekommt jetzt alles immer geld von mir? oder wer zahlt hier für was an wen ?

es wäre mir eine sehr große hilfe, vielen dank schon einmal

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

MoinMoin,

wenn Du wirklich alle Verträge selbst und einzeln abschließt, dann mußt Du Dich auch selbst drum kümmern.

Da bei diesen Vertragsverhältnisse sowieso kein Normalsterblicher mehr druchsteigt bzw. das für die allermeisten einfach zu "unhandlich" ist, wird es wohl künftig ähnlich laufen wie mit den Stromlieferungs- und Netznutzungsverträgen.

Das kannst Du übrigens bei Yello ganz gut sehen. Die sichern sich schon sein einiger Zeit vertraglich die Meßdienstleistung bei Ihren Kunden. Ich bin mir sicher, die meisten dieser Kunden wissen das noch nicht einmal.

Und wer was wie anbietet muss sich auch erst noch zeigen. Ich denke, das wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis diese blödsinnige "Freiheit" tatsächlich so gelebt werden könnte. Es muß dazu nämlich auch erst mal Anbieter geben...

So long

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03.08.2009 20:58 Zum Anfang der Seite springen
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Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

@gube,

Wenn Du das alles machen willst, musst Du erst einmal einen Lieferanten finden, der Dich versorgt, wenn Du Deine Netznutzung selbst machst. Fast alle Lieferanten bieten Dir nur "All inclusive Verträge" an.
Dazu kommt , dass Du dann Deine Zählerstände elektronisch im Format MSCONS erhältst und eine elektronische Netznutzungsabrechnung im Format INVOIC erhältst, die Du dann auch mit einem elektronischem Zahlungsavise (REMADV)beantworten musst. Kann man als normaler Haushaltskunde überhaupt damit umgehen ? Papierbelege werden sicherlich bald nur noch gegen Aufpreis erhältlich sein.
Zum Messstellenbetreiber und Messdienstleister nur so viel. Wenn der Messstellenbetreiber elektronisch auszulesende Zähler einsetzt, fällt die Rolle des Messdienstleister diesem ebenfalls zu. Dann kannst Du Dir keinen Messdienstleister Deiner Wahl suchen. So ist es bis jetzt jedenfalls vorgesehen.
Es wird also wieder alles über die Lieferanten laufen, sowie bei Yellostrom schon zu sehen.

Gruß aus Meck-Pomm

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04.08.2009 07:16 Zum Anfang der Seite springen
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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

@ Gridpem

Ist ja auch nur ein Denkmodell. In der Form wird es das nicht geben, da stimme ich Dir zu. Aber theoretisch ist das schon möglich. Dann bekommt er auch zu jedem einzelnen Vertrag eine Rechnung. Schön übersichtlich großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen

Meinst Du wirklich, die Netznutzung kann gegenüber dem Verbraucher nach GPKE abgewickelt werden? Die gilt meines Erachtens nur für den Datenaustausch und die Abrechnung zwischen Händlern und Netzbetreibern...

So long

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Themenstarter Thema begonnen von gube

04.08.2009 12:17 Zum Anfang der Seite springen
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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

Hallo,
erstmal vielen dank für eure Bemühungen.

Ich habe mich nochmals informiert und das ganze nochmals grafisch aufbereitet:

http://www.bilder-space.de/upload/04.082OZqvhTaFXquIJO.jpg

meine Frage wäre jetzt noch kommen die in Orange dargestellten Vertragsbeziehungen zustande oder ist in diesen fällen der Kunde ausschließlich der Vertragspartner und der Datenaustausch wird über die im Gesetz liegenden Vorschriften abgewickelt ohne eines Vertrages?

------
anbei nochmal ein paar relevante gesetze dazu (ich bin nicht so der jurist ;-) evt. hab ich wichtige vorschriften übersehen oder vergessen)
------

§ 21b Messeinrichtungen EnWG
(1) Der Messstellenbetrieb sowie die Messung der gelieferten Energie sind Aufgabe des Betreibers von Energieversorgungsnetzen, soweit nicht eine anderweitige Vereinbarung nach Absatz 2 oder 3 getroffen worden ist.

(2) Auf Wunsch des betroffenen Anschlussnutzers kann von einem Dritten durchgeführt Werden
1. der Messstellenbetrieb, wenn der einwandfreie und den eichrechtlichen Vorschriften entsprechende Messstellenbetrieb durch den Dritten gewährleistet ist und die Voraussetzungen nach Absatz 3 Satz 2 Nr. 2 vorliegen, sowie

2. die Messung, wenn durch den Dritten die einwandfreie und den eichrechtlichen Vorschriften entsprechende Messung und eine Weitergabe der Daten an die berechtigten Marktteilnehmer gewährleistet ist, die eine fristgerechte und vollständige Abrechnung ermöglicht.

§ 2 Vertragliche Grundlagen MessZV
(1) Die Durchfhrung des Messstellenbetriebs und der Messung durch einen vom Anschlussnutzer beauftragten Dritten im Sinne des § 21b des Energiewirtschaftsgesetzes erfolgen aufgrund eines Vertrages zwischen dem Netzbetreiber und dem Dritten.
(2) Der Netzbetreiber ist verpflichtet, unter Beachtung des Energiewirtschaftsgesetzes und dieser Verordnung sowie der auf dieser Grundlage ergangenen vollziehbaren Entscheidungen der Regulierungsbehörde allgemeine Bedingungen für diese Verträge(Messstellenverträge und Messverträge) im Internet zu veröffentlichen und zu diesen Bedingungen mit Dritten Verträge abzuschließen.

§ 3 Messstellenvertrag und Messvertrag MessZV
(1) Der Messstellenvertrag zwischen dem Netzbetreiber und dem Dritten regelt die Durchfhrung des Messstellenbetriebs durch den Dritten in Bezug auf die Messstelle, die in dem Vertrag bestimmt ist. Er regelt in den Fällen des § 9 Abs. 1 auch die Durchführung der Messung.

§ 9 Messung MessZV
(1) Der Messstellenbetreiber führt, soweit nichts anderes vereinbart ist, auch die Messung durch.

(2) Im Falle des § 9 Abs. 2 regelt der Messvertrag zwischen dem Netzbetreiber und dem Dritten die Durchführung der Messung durch den Dritten in Bezug auf die in dem Vertrag bestimmte Messstelle.

(3) Der Dritte ist berechtigt, von dem Netzbetreiber zu verlangen, dass die Verträge über den Messstellenbetrieb und die Messung als Rahmenvertrag abgeschlossen werden (Messstellenrahmenvertrag und Messrahmenvertrag). Der Rahmenvertrag regelt die Durchführung der Aufgabe in einem Netzgebiet für Anschlussnutzer, die nach dem Vertragsschluss im Rahmen der Durchfhrung des Vertrages benannt werden können.

§ 4 Inhalt der Verträge zwischen Netzbetreiber und Messstellenbetreiber oder Messdienstleister MessZV
…Verpflichtung der Parteien zur gegenseitigen Datenübermittlung sowie gegebenenfallsdie Datenübermittlung an Energielieferanten, Netznutzer, Anschlussnutzer und vondem Anschlussnutzer in seinem Rechtsverhältnis mit dem Messstellenbetreiber oderMessdienstleister Benannte, die dabei zu verwendenden Datenformate und Inhaltesowie die hierfür geltenden Fristen,….

§ 40 Strom- und Gasrechnungen, Tarife

(1) Energieversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in ihren Rechnungen für Energielieferungen an Letztverbraucher die Belastungen aus den Entgelten für den Netzzugang und gegebenenfalls darin enthaltene Entgelte für den Messstellenbetrieb und die Messung beim jeweiligen Letztverbraucher gesondert auszuweisen.

(2) Lieferanten sind verpflichtet, den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abzurechnen. Sofern der Letztverbraucher dies wünscht, ist der Lieferant verpflichtet, eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung zu vereinbaren.

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04.08.2009 18:36 Zum Anfang der Seite springen
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Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

@ gube,

also, zu den Prozessen hat die BNetzA inzwischen einen Entwurf veröffenlicht und zur Diskussion gestellt. Den findest Du hier:

http://www.bundesnetzagentur.de/enid/023...9-__ss_5qp.html

Zu deiner Grafik

Der Messstellenbetreiberrahmenvertrag ist die Grundvoraussetzung, dass ein Messstellenbetreiber in einem Netz überhaupt Messstellen betreiben kann.

Den Kasten Vertrieb(Grundversorger) kannst Du weglassen, der ist jedem anderen Vertrieb gleichgestellt. Ein Anschlussnutzer hat nur einen Liefervertrag.

Messtellenbetreiber und Messdienstleister stellen Ihre Rechnung an den Netzbetreiber und der Netzbetreiber mit dem Netzentgelt an den Lieferanten. Das wird der Regelfall sein.

Wenn Du als Netznutzer alles selbst machen willst, fehlen in Deiner Grafik die Beziehungen zwischen Vertrieb und Messstellenbetreiber. Wie soll denn der Vertrieb den Liefervertrag abrechnen, wenn er keine Daten vom MSB/MSD bekommt. Der NB wird dem Vertrieb nur die Daten liefern, die er für die Abrechnung der Netznutzung benötigt. z.B. Anfangs- und Endzählerstand im Netznutzungsabrechnungsjahr. Wenn Du aber einen monatlich abzurechnenden Liefervertrag geschlossen hast, braucht dein Vertrieb die monatlichen Zählerstände.

Dann hat deine Grafik noch einen kleinen Fehler. Wenn der Anschlussnutzer vom MSB/MSD eine Rechnung erhält, wird er vom Vertrieb nur die Stromrechnung mit dem Netzentgelt in Rechnung gestellt bekommen. Sonst bezahlt der Netznutzer die Leistung MSB und MSD doppelt.

Ich glaube, bei dieser Geschichte sind noch nicht alle Dinge klar geregelt.

Gruß aus Meck-Pomm

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05.08.2009 09:40 Zum Anfang der Seite springen
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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

hallo
und ein weiteres mal vielen Dank für die Hilfe.

in dem Fall das der :
Messstellenbetreiber und Messdienstleister ihre Rechnung an den Netzbetreiber und der Netzbetreiber mit dem Netzentgelt an den Lieferanten stellt würde es doch auch zu Problemen kommen bzgl. der benötigten Abrechnungsdaten vom Lieferanten wenn der Netzbetreiber Jährlich abrechnet und der Lieferant monatlich, oder hab ich da jetzt was falsch verstanden?


Im Entwurf hab ich jetzt bei der Beschreibung des Geschäftsprozesses "Anforderung und Bereitstellung von Messwerten"folgendes gefunden:
...
Die vom NB anzufordernden Ablesungsvorgänge umfassen insbesondere:
• Turnusablesung (z.B. untertägig für RLM oder auch mehrfach unterjährig,
z.B. gem. § 40 Abs. 2 und Abs. 3 EnWG)
...
wären dort nicht auch die relevanten Daten für den Vertrieb mit eingeschlossen, wenn dieser z.b. monatlich abrechnet? hab jetzt auch nochmal was in dem Entwurf zur Änderung der GPKE zum Prozess: "Zählstandsübermittlung bei SLP-Kunden" gefunden:
...
Die Turnusablesung (d. h. die turnusmäßige Zählerstandermittlung) hat
mindestens alle 12 Monate und vor der Rechungsstellung „Abrechnung
Netznutzung“ zu erfolgen. Sie hat eventuellen Vorgaben des LF Rechnung zu tragen.

...
weiter im Text zu "Anforderung und Bereitstellung von Messwerten"
...
Die direkte Anforderung von Messwerten durch den LF beim MDL kann stets bilateral vereinbart werden, wenn die angeforderten Messwerte nicht netzentgelt- oder bilanzierungsrelevant sind. Dies kommt z.B. bei unterjährigen Zwischenablesungen im Falle von Preisanpassungen des LF in Betracht. Die direkte Anforderung des LF unterliegt nicht den Anforderungen dieses Prozesses.

Was bedeutet das mit: "nicht netzentgelt- oder bilanzierungsrelevant sind"

Wie wird der Datenaustausch zwichen NB und LF geregelt ausschließlich durch bilaterale vereinbarungen, also wenn ich mir einen eigenen MSB/MSD aussuche wie kommt es zu dieser vereinbarung muss ich mich als Anschlussnutzer darum kümmern?

im EnWG ist im §40 Abs. 2 geregelt das der LF verpflichtet ist monatlich oder in anderen Zeitabständen abzurechnen hat jedoch nicht größer als 12 Monate allerdings finde ich nicht die Regelung für Netzbetreiber

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

MoinMoin,

vielleicht fangen wir mal damit an, die Verträge und deren Zweck auseinanderzuklauben.

Zunächst ist da der Strombezieher. Um Strom zu bekommen benötigt er folgende Partner:
- Lieferant (liefert Energie)
- Verteilnetzbetreiber (stellt sein Netz zur Verfügung)
- Meßstellenbetreiber (stellt den Zähler zur Verfügung)
- Meßdienstleister (sorgt für die benötigten Zählwerte)
Im Grunde muß der Strombezieher zunächst mit jedem dieser Beteiligten einen eigenen Vertrag abschließen und erhält dafür von jedem eine gesonderte Rechnung. Den Anschlußnutzungsvertrag schlagen wir der Einfachheit halber einfach der Netznutzung zu.

Die Praxis sieht bislang beispielsweise bei der Netznutzung so aus, dass bei den allermeisten Verträgen der Lieferant einen Netznutzungsvertrag für seinen Kunden abschließt - in fremden Namen auf eigene Rechnung. Deshalb sind diese Verträge auch immer mit einer Vollmacht verknüpft (f. Kündigung und NN-Anmeldung).
Es ist zu erwarten, dass sich auch in Zukunft der Lieferant für seinen Kunden um diese Beziehungen kümmern wird und die Verträge für seinen Kunden abschließt, die Rechnungen bezahlt und das in seinem all-inclusiv-Preis einkalkuliert. Oder selbst in die Rolle von Meßstellenbetreiber und Meßdienstleister schlüpft (sh. Yello).

Es gibt aber auch heute schon Kunden, die eigene Netznutzungsrechnungen erhalten und vom Lieferanten nur die Energie in Rechnung gestellt bekommen (i.d.R. große Industriekunden).

Diese Verträge sind die Verträge, bei denen Geld fließt.

Anders ist das bei den Rahmenverträgen. Hier werden unter den verschiedenen Marktpartnern Rechte, technische Standarts und der Informationsaustausch geregelt. So muß der Meßdienstleister mit dem Meßstellenbetreiber eine Vereinbarung haben, dass er den Zähler ablesen darf und über welche Schnittstellen in welchen Formaten dies geschieht.

Und der Meßdienstleister muss den relevanten Partnern die Daten zur Verfügung stellen. Also gibt es Rahmenabkommen mit dem Lieferanten, der die Stände zur Abrechung der Lieferungen und zur Anmeldung der Mengen beim Netzbetreiber benötigt. Und der Netzbetreiber benötigt die Meßwerte zur Abrechnung der Netznutzung - das nächste Rahmenabkommen.

Wann braucht nun wer die Daten?

Der Lieferant benötigt die Daten zur Abrechnung (zwischenzeitlich sogar bei Tarifkunden u.U. monatlich). Das wäre die Turnusablesung oder die Ablesung zur Schlußrechnung. Oder er benötigt die Daten, um seine Einspeisemengen zu berechnen. Diese Werte muss er erhalten.

Hat er in der Abrechnungsperiode eine Preisänderung, benötigt er evtl. zum Stichtag eine zusätzliche Ablesung(nicht netzentgelt- oder bilanzierungsrelevant). Diese ist dann in den Rahmenverträgen bilateral zu regeln. Der Lieferant hat darauf sonst keinen Anspruch.

Ebenso verhält es sich mit dem Netzbetreiber. Der braucht die Werte um die NN abzurechnen und ein eingespeisten Mengen zu prüfen. Hierfür dürfen die Werte nicht zurückgehalten werden. Ändern sich aber die NN-Gebühren und er braucht eine zusätzliche Ablesung ist das wieder bilateral im Rahmenvertrag zu regeln.

Wenn jetzt ein Kunde mit einem Lieferanten einen all-inclusive-Vertrag schließt, wir es künftig so aussehen, dass der neue Lieferant nicht nur die Netznutzung beim Netzbetreiber sondern auch die Nutzung der Meßeinrichtung beim Meßstellenbetreiber und beim Meßdienstleister anmelden muß.

Vielleicht ist das Ganze jetzt etwas klarer...

So long

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

Hallo,

Danke an euch ihr macht mich noch Schlau ;-)


so ich habe jetzt mal wieder eine neue Grafik gebastelt welche die eingliederungsmöglichkeiten des Messwesens in das Zusammenspiel der Marktrollen aufzeigen soll:

http://www.bilder-space.de/upload/06.08806KwiUkEtQYHv7.JPG

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

@ Mix

"Wenn jetzt ein Kunde mit einem Lieferanten einen all-inclusive-Vertrag schließt, wir es künftig so aussehen, dass der neue Lieferant nicht nur die Netznutzung beim Netzbetreiber sondern auch die Nutzung der Meßeinrichtung beim Meßstellenbetreiber und beim Meßdienstleister anmelden muß."

Genau das ist bis jetzt nicht klar geregelt. Ich sehe die Sache noch etwas anders. Mit den jetzigen Regelungen ist Tür und Tor geöffnet, um das Unbundling Netzbetreiber/verbundener Vertrieb zu umgehen. Und das ganz legl unter dem Deckmantel "MSB"

Der MSB (auch der ErsatzMSB=Netzbetreiber), kann auf den "Netznutzer" (ist auch der Endkunde) zugehen und kann Leistungen über Smart-Metering anbieten, die einzig dem Vertrieb zugute kommen und nichts mit Netznutzung zu tun haben. Es ist dem Netzbetreiber bisher untersagt, auf den Kunden zuzugehen, und diesem Vertriebsprodukte anzubieten. Als "MSB" darf er das aber.

So wie das aussieht, was die BNetzA jetzt veröffentlicht hat, ist das zum Großteil von Yello (oder Mutter EnBW) geschrieben.

Gruß aus Meck-Pomm

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

Zitat:
Original von gube

so ich habe jetzt mal wieder eine neue Grafik gebastelt welche die eingliederungsmöglichkeiten des Messwesens in das Zusammenspiel der Marktrollen aufzeigen soll:

http://www.bilder-space.de/upload/06.08806KwiUkEtQYHv7.JPG


In Deiner Grafik fehlen die Rechnungen an den Netzbetreiber, oder glaubst Du, dass der MSB/MSD ihre Leistungen dem Netzbetreiber für umsonst zur Verfügung stellen ? Die MSB/MSD müssen Netzbetreiber, Lieferanten und Kunden bedienen.

Kann aber auch sein, und das wäre im Sinne des Unbundlings nur konsequent, dass der MSB/MSD nur für den Netzbetreiber tätig wird und dieser dann die Lieferanten und die Kunden im Auftrag des Lieferanten bedient.

Gruß aus Meck-Pomm

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RE: Frage bzgl. Rechnungsstellung/Verträge MSB/MSD

MoinMoin,

@Gridpem

Dass die Entwürfe für diese Regelungen nicht aus der Regierung sondern aus den Kreisen der Lobbyisten kommen, ist doch nichts Neues. Das gesamte Unbundling ist so gestaltet, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen Probleme mit der Umsetzung haben oder um ihre Vorteile gebracht werden (kurze Informationswege, schnelle Etnscheidungen, individuelle Behandlung der Kunden nach deren Bedürfnissen). Das hat durchaus Methode, die von den gesetzgebenden Organen bis heute offensichtlich nicht verstanden wurde...

Wie Du weißt ist eine Regelung zu Meßstellen und Meßstellenbetrieb im Rahmen einer GPKE-Novellierung bereits in Arbeit. Bin gespannt, was da rauskommt.

Zitat:
Mit den jetzigen Regelungen ist Tür und Tor geöffnet, um das Unbundling Netzbetreiber/verbundener Vertrieb zu umgehen. Und das ganz legl unter dem Deckmantel "MSB"

Inwiefern? Da stehe ich jetzt wohl auf der Leitung... Das war als der Meßstellenbetrieb noch nicht freigegeben war auch nicht der Fall.

Zitat:
Der MSB (auch der ErsatzMSB=Netzbetreiber), kann auf den "Netznutzer" (ist auch der Endkunde) zugehen und kann Leistungen über Smart-Metering anbieten, die einzig dem Vertrieb zugute kommen und nichts mit Netznutzung zu tun haben.

Der Zusammenhang zwischen Metering und Tarifmodellen ist eine Kann-Beziehung. Wenn der Kunde nette Diagramme zu seinem Verbrauch haben möchte, ist er vielleicht einem Zähler interessiert, der ihm das bietet. Und wenn er seine Verbrauchsstruktur kennt, kann er sich einen passenden Tarif suchen.
An eine Messung, die einem Kunden einen Tarif aufzwingt, glaube ich nicht. Den würde sich niemand einbauen lassen, das reguliert der Markt von selbst.

Zitat:
Es ist dem Netzbetreiber bisher untersagt, auf den Kunden zuzugehen, und diesem Vertriebsprodukte anzubieten. Als "MSB" darf er das aber.

Ist es nicht vielmehr so, dass der Strom-Vertrieb die Messung mit anbietet? So herum macht es auch Sinn.
Aber ich gebe Dir Recht - theoretisch denkbar wäre das schon. Nur ist kein Netzbetreiber mehr auf Stromvertrieb mehr ausgerichtet und ich möchte nicht wissen, wie hier dann ein Prozeß ausgehen würde.....

Zitat:
Kann aber auch sein, und das wäre im Sinne des Unbundlings nur konsequent, dass der MSB/MSD nur für den Netzbetreiber tätig wird und dieser dann die Lieferanten und die Kunden im Auftrag des Lieferanten bedient.

Ich glaube das noch nicht. Mit dieser Form der Messung soll ja unter anderem auch eine Transparenz erreicht werden, die zum Energiesparen anregt. Und es wird für die Versorger obendrein zur Pflicht gemacht, einen zeitabhängigen Tarif anzubieten.....
Wenn man das Metering so festlegt, dass sie nur für den Netzbetreiber arbeiten wäre es aus meiner Sicht nötig, auch die technischen Standarts zu definieren. Kann ich mir nicht vorstellen.

So long

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