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Der Beschluss zur Gründung der Vattenfall Europe AG am 21. August 2002 markiert den erfolgreichen Abschluss des kompliziertesten Fusionsvorhabens bei der Restrukturierung der deutschen Stromwirtschaft.
16.11.1999: Die schwedische Vattenfall AB gewinnt eine internationale Ausschreibung zum Erwerb von 25,1 % der Anteile an der Hamburgische Electricitäts-Werke AG, veräußert von der Freien und Hansestadt Hamburg. Beide Seiten vereinbaren eine Eigentümerpartnerschaft und beschließen, dass HEW die Plattform für das Wachstum von Vattenfall in Deutschland werden soll.
09.08.2000: HEW vereinbart mit E.ON Energie die Übernahme einer 49%-Beteiligung an der Bewag. Der Verkauf war eine der Bedingungen der EU-Kommission für die Zustimmung zur Fusion von VEBA und VIAG zu E.ON. HEW gibt bekannt, auch die Bewag-Beteiligungen der Großinvestoren Allianz und Münchener Rück (9,5 %) sowie kleinere Positionen gekauft zu haben. HEW verfügt über mehr als 60 % an der Bewag.
12.08.2000: Das Land Berlin erreicht im Eilverfahren beim Berliner Kammergericht, dass E.ON Energie die Bewag-Anteile nicht ohne Zustimmung des Landes verkaufen darf.
15.08.2000: Der US-Konzern Southern Energy (heute Mirant), der an der Bewag einen Minderheitsanteil von 26 % hält, will sein Vorkaufsrecht wahrnehmen und erwirkt ebenfalls eine Einstweilige Verfügung gegen E.ON Energie.
24.08.2000: Das Berliner Kammergericht bestätigt die Einstweilige Verfügung des Senats gegen E.ON Energie.
19.10.2000: Vattenfall vereinbart mit E.ON Energie und Sydkraft den Erwerb von weiteren 37,2 Prozent der Anteile an HEW. Zugleich erwirbt Vattenfall von institutionellen Investoren und aus dem Streubesitz weitere rund 9 %. Nach Umsetzung der Vereinbarungen mit E.ON und Sydkraft im Mai 2001 ist Vattenfall Mehrheitseigner von HEW.
03.11.2000: Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen kündigt nach Treffen mit Vertretern von Southern Energy, Vattenfall und HEW an, der Senat wolle die Einstweilige Verfügung gegen E.ON Energie zurückziehen.
07.11.2000: Der Berliner Senat beschließt Eckpunkte für eine vertragliche Vereinbarung mit HEW und Vattenfall.
12.11.2000: Der Berliner Senat gibt seinen Widerstand gegen die Bewag-Übernahme durch die HEW auf. Im Gegenzug sichert Vattenfall dem Land Berlin vertraglich zu, Mirant in einer geplanten Stromholding um VEAG/LAUBAG eine Sperrminorität von 25 % plus einer Aktie anzubieten. Eine entsprechende Vereinbarung wird am 15.11.2000 zwischen dem Berliner Senat, E.ON, Vattenfall, HEW unterzeichnet.
04.12.2000: Das Berliner Kammergericht bestätigt die Einstweilige Verfügung von Mirant gegen einen Verkauf.
13.12.2000: HEW gewinnt ein internationales Ausschreibungsverfahren zum Erwerb der Aktienmehrheit von VEAG (87,5%) und LAUBAG (92,4%) und unterzeichnet einen Kaufvertrag mit E.ON Energie und RWE.
15.02.2001: Mirant zeigt Interesse an einer strategischen Partnerschaft mit Vattenfall.
09.03.2001: Ein Schiedsgericht, auf das sich Mirant und E.ON Energie verständigt haben, kommt erstmals zusammen, um die noch immer offene Bewag-Frage zu lösen.
13.03.2001: Eine verlängerte Frist der EU-Kommission an E.ON läuft ab. Um den Druck Brüssels zu mindern, erklärt E.ON, dem US-Konzern Mirant ein Angebot gemacht zu haben. HEW und Mirant sollen künftig gleich viele Anteile an der Bewag halten.
30.03.2001: E.ON und Mirant einigen sich auf den Vorschlag. Die Entscheidung des Schiedsgerichts steht noch aus.
19.04.2001: HEW und Mirant unterzeichnen eine Vereinbarung zur gemeinschaftlichen Führung der Bewag.
27.04.2001: Eine Vereinbarung zwischen dem Berliner Senat, Vattenfall, Mirant, HEW über die Bewag und Masterplan für die ¨Neue Kraft¨, wie das Fusionsprojekt für den Zusammenschluss von HEW, Bewag, VEAG und LAUBAG fortan genannt wird.
27.04.2001: HEW-Vereinbarung mit der Treuhand-Nachfolgerin BvS.
03.05.2001: Der BvS-Verwaltungsrat stimmt der Übertragung der Anteile an VEAG und LAUBAG von E.ON Energie und RWE auf die HEW zu.
18.06.2001: HEW verkauft ca. 19 % seiner Bewag-Anteile an Mirant.
28.06.2001: Übertragung der ca. 19 % Bewag-Anteile an Mirant.
16.09.2001: Bei einer geplanten Gesellschafterversammlung teilt Mirant Vattenfall mit, dass sich das Unternehmen aus der gemeinsamen Projektarbeit zurückzieht. Die Bewag ist damit vorerst nicht mehr in die Projektarbeit zur Neuen Kraft einbezogen. HEW und Vattenfall bekräftigen, das Fusionsvorhaben weiter zu betreiben und für die Bewag stets eine Tür offen zu halten.
04.10.2001: Dr. Klaus Rauscher zum Vorstandsvorsitzenden der HEW bestellt. Dr. Rauscher soll auch Vorstandsvorsitzender der "Neuen Kraft" werden.
25.11.2001: Die Aufsichtsräte der HEW, LAUBAG und VEAG stimmen den im "Neue Kraft"-Masterplan festgelegten Strukturen zu. Auch den Personalvorschlägen für die Führungsebenen der "Neuen Kraft" wird zugestimmt.
03.12.2001: Vattenfall und Mirant unterzeichnen eine Vereinbarung, die vorsieht, dass Vattenfall alle Anteile Mirants an der Bewag erwirbt. Der HEW-Vorstandsvorsitzender und designierte Vorstandsvorsitzende der "Neuen Kraft" Dr. Klaus Rauscher begrüßt diesen Schritt: "Jetzt ist es möglich, ohne weiteren Verzug einen schlagkräftigen und wettbewerbsstarken Energiekonzern zu bilden. Wir begrüßen die Bewag als Partner und werden unverzüglich mit dem Vorstand der Bewag auf gleicher Augenhöhe Gespräche zur Einbindung der Bewag in die Neue Kraft aufnehmen."
16.01.2002: Die "Neue Kraft" erhält einen Namen: Die Holdinggesellschaft des neuen Energieunternehmens soll "Vattenfall Europe" heißen, beschließt das Steering Committee des Fusionsprojektes. Zugleich sollen die beiden starken lokalen Marken HEW und Bewag beibehalten werden.
28.06.2002: Der Aufsichtsrat der VEAG stimmt weit reichenden Restrukturierungsmaßnahmen zum Aufbau des neuen Konzerns zu. Die operativen Bereiche der VEAG werden in die neuen Tochtergesellschaften Vattenfall Europe Transmission GmbH (Übertragungsnetz), Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG (Erzeugung) und Vattenfall Europe Sales GmbH (Vertrieb) ausgegliedert.
21.08.2002: Die Hauptversammlung beschließt die Verschmelzung von HEW und VEAG. Das neu entstandene Unternehmen heißt Vattenfall Europe AG und nimmt seinen Sitz in Berlin.
30.09.2002: Vattenfall Europe wird ins Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Nummer HRB 86854 eingetragen.
25.11.2002: Umstellung der Börsennotierung der vormaligen HEW-Aktie (WKN 601 200), die zukünftig unter dem Namen Vattenfall Europe gehandelt wird. Zugleich wird der beschlossene Splitt der Aktie im Verhältnis 1:2 umgesetzt.
03.12.2002: Das Land Berlin schließt mit Vattenfall Europe eine Vereinbarung über die Ausgliederung des operativen Geschäfts der Bewag und der Verschmelzung auf ihre Muttergesellschaft Vattenfall Europe AG zu. Darin sichert Vattenfall bis Ende 2007 zu, am Standort Berlin 4350 Mitarbeiter zu beschäftigen und betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen. Die Holdinggesellschaft von Vattenfall Europe soll bis mindestens Ende 2010 und die Bewag wird bis mindestens Ende 2018 den Sitz in Berlin haben.
31.01.2003: Hauptversammlung der Bewag AG, u. a. zur Ausgliederung des operativen Geschäfts der Bewag AG auf die Bewag Op. Aktiengesellschaft & Co. KG und Verschmelzung der Bewag AG auf die Vattenfall Europe AG.
06.02.2003: Außerordentliche Hauptversammlung der Vattenfall Europe AG zur Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen für die Verschmelzung der Bewag auf die Vattenfall Europe AG, durch die die Bildung einer neuen Kraft auf dem deutschen Strommarkt abgeschlossen wird. So steht auf der Tagesordnung die Zustimmung der Aktionäre für den Verschmelzungsvertrag zwischen Vattenfall Europe Aktiengesellschaft als aufnehmender und der Bewag als übertragender Gesellschaft. Weiterhin wird die aufgrund der Verschmelzung erforderliche Kapitalerhöhung zur Abstimmung vorliegen. Außerdem werden die Aktionäre der Vattenfall Europe AG um ihr Votum zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen Vattenfall Europe und der in ihrem alleinigen Besitz befindlichen Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft (LAUBAG) gebeten.
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