|||||||||||||||||||||||
|||||||||||||||||||||||
In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 ereignete sich im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl der bisher schwerste Reaktorunfall. Der Unfall ereignete sich in Block 4 während eines Tests mit einem der beiden Turbinen-Generator-Sätze. Ziel dieses Tests war zu prüfen, ob bei einem Stromausfall und der damit verbundenen Abschaltung des Reaktors die mechanische Energie des Rotors im Turbinen-Generator-Satz beim Auslaufen solange für den Strom-Eigenbedarf von vier Hauptspeisepumpen ausreicht, bis die Notstromdieselaggregate hochgelaufen sind. Für das Hochlaufen bis zur vollen Leistung vergehen bei den in Tschernobyl installierten Aggregaten 40 bis 50 Sekunden. Den Test führte die Betriebsmannschaft ohne Erlaubnis der zuständigen Behörden durch.
Da keine Katastrophen- und Notfallpläne existierten und auch keine Erfahrungen mit derartigen Unfällen vorlagen, mussten die Fachleute vor Ort über die Maßnahmen zur Verringerung der Strahlenbelastungen des Personals und der Umwelt entscheiden. Die Evakuierung der Bevölkerung begann am Sonntag, dem 27. April, nachdem genügend Transportmittel bereitgestellt und die entsprechenden Transportwege auf möglichst geringe radiologische Belastung überprüft waren. Die sowjetischen Behörden rechtfertigen ihre Entscheidung, mit der Evakuierung erst mehr als 24 Stunden nach dem Unfall zu beginnen, damit, dass die Freisetzung von radioaktiven Stoffen am 27. April wesentlich geringer als am Unfalltag war. Die Bewohner der Region wurden allerdings zu spät aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Freiwillige Helfer verteilten Jodtabletten. Aus dem beschädigten Reaktor wurden in den ersten zehn Tagen nach dem Unfall große Mengen an radioaktiven Stoffen freigesetzt. Durch den Auftrieb gelangten sie in Höhen über 1.500 m und wurden großflächig verteilt. Aufgrund der damals bestehenden Wetterverhältnisse nahm die radioaktive Wolke verschiedene Richtungen. Besonders betroffen waren die Ukraine, Weißrussland und Russland. Außerhalb der damaligen UdSSR wurden insbesondere Gebiete in Skandinavien, Deutschland und Teilen des Balkans belastet. Die größten Strahlenbelastungen erlitten in den ersten Wochen nach dem Unfall Feuerwehrleute, Betriebsmannschaften und sog. "Liquidatoren", von denen über 600.000 eingesetzt wurden. Die besonders stark belastete Region um Tschernobyl wurde im Umkreis von 30 km in drei behördlich kontrollierte Zonen aufgeteilt. Für die Gebiete, die zwischen 30 und 500 km von Tschernobyl entfernt liegen, entwickelten die örtlichen Behörden ein Schutzkonzept für die betroffene Bevölkerung.
Mit freundlicher Unterstützung der Tschernobylhilfe. Weitere Informationen gibt es unter: www.tschernobylhilfe.ffb.org/belarus.htm.
Siehe auch Gau und Super-Gau.
Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!