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Die Leipiziger Energiebörse EEX hat im April 2008 negative Strompreise im Stromhandel eingeführt. Negative Strompreise entstehen, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn zu Zeiten geringer Stromnachfrage – z.B. in der Nacht oder am Wochenende – besonders viel Wind weht und daher viel Strom aus Windenergie erzeugt wird.
Netzbetreiber sind verpflichtet, jede erzeugte Kilowattstunde aus Ökostrom abzunehmen, um so den politisch gewollten Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. Doch es kann nur so viel Strom aufgenommen werden, wie auch verbraucht wird. Hinzu kommt, dass Großkraftwerke sehr unflexibel sind und nicht ohne weiteres an die schwankende Ökostromproduktion angepasst werden können. Für die großen Energiekonzerne ist es also günstiger, den zu viel vorhandenen Strom zu verschenken und einige Euro obendrauf zu zahlen, als ihre Großkraftwerke zu drosseln.
In den Nachbarländern freut man sich über den Ökostrom mit Zuzahlung aus Deutschland, besonders rentabel ist dieser für die skandinavischen Länder. Denn z.B. Norwegen verfügt über zahlreiche Pumpspeicherkraftwerke, in denen mit dem deutschen Ökostrom Wasser in ein höheres Becken gepumpt wird. Steigt die Stromnachfrage, wird das Wasser wieder abgelassen und durch Wasserkraft neuer Strom erzeugt. Der Verbraucher in Deutschland merkt zunächst nichts von den Stromgeschenken an der Börse, doch da die Energieerzeuger diese Kosten natürlich langfristig auf die Strompreise umlegen, kann sich dies für die Stromkunden negativ auswirken.
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