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Erdöl

Erdöl ist ein dickflüssiges Gemisch aus etwa 500 verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Die Farbe ist wasserklar bis fast schwarz, stets grün fluoreszierend. Erdöl ist hauptsächlich aus tierischen Substanzen der Vorzeit entstanden und besteht zu 80,4 bis 87 Prozent aus Kohlenwasserstoff, zu 9,6 bis 13,8 Prozent aus Wasserstoff, zu 0 bis 3 Prozent aus Sauerstoff, zu 0 bis 5 Prozent aus Schwefel und zu 0 bis 2 Prozent aus Stickstoff. Die chemische Zusammensetzung schwankt je nach Fundort.

Das Land mit der größten Erdölförderungsmenge der Welt ist Russland mit einer jährlichen Förderung von 624 Millionen Tonnen. Es folgen die USA mit 455 Millionen Tonnen, Saudi-Arabien mit 251 Millionen Tonnen, Mexiko mit 143 Millionen Tonnen, China mit 135 Millionen Tonnen, der Irak mit 128 Millionen Tonnen und Großbritannien mit 115 Millionen Tonnen. In Deutschland kommt Erdöl in Niedersachsen (Emsland) und in Schleswig-Holstein vor, jedoch weist die Bundesrepublik eine mit 4,4 Millionen Tonnen eine vergleichsweise geringe Fördermenge auf.

Erdölvorkommen werden mit Hilfe der Reflexionsseimik festgestellt; eine Technik, die ähnlich dem Echolot funktioniert. Sodann folgt eine Aufschlussbohrung - ist diese erfolgreich, werden auf dem Ölfeld weitere Bohrungen durchgeführt. Die tiefste Bohrung der Welt (7260 Meter Tiefe) befindet sich in Pecos County (Texas, USA). Die tiefste Bohrung in Deutschland wurde mit 5956 Metern in Billerbeck bei Münster/Westfalen erreicht.

Hinsichtlich der Förderungsmethoden unterscheidet man zwischen der Onshore-Förderung - hier ist die Förderung von Erdöl auf dem Festland sowie in Binnengewässern gemeint - und der Offshore-Föderung, die von Bohrinseln aus im Tiefseewasser erfolgt.

Nach der Förderung wird das Rohöl separiert. Über Pipelines wird es zu Verladestellen - sofern es für den Export bestimmt ist - oder zu Raffinerien - wenn es dem nationalen Verbrauch dient - gepumpt. Die längste Pipeline der Welt geht übrigens vom Ural über Omsk und Irkusk nach Nachodka am Pazifik und ist 7300 km lang.

An der Verladestelle angekommen, wird das Rohöl in Lagertanks gesammelt. Von dort wird es in die sogenannte Tankfarm gepumpt, wobei das Öl verschiedener Felder gemischt wird, um die Qualität gleich zu halten. Dann kann es in ein Tankschiff gepumpt werden.

Der größte Erdölhafen Europas ist der "Europoort" in Rotterdam (Niederlande); in Deutschland ist es der "Nordseehafen" von Wilhelmshafen. In solchen Häfen wird das Rohöl entladen und in Pipelines zu den Raffinerien gepumpt. Die größten Raffinerien in Deutschland sind im Ruhrgebiet, in Köln, in Frankfurt/Main, in Karlsruhe und in Ingolstadt ansässig. In der Raffinerie angekommen, wird das Rohöl destilliert, wobei es nach Siedebereichen in Raffineriegase, Flüssiggase, Benzin, Gasöle, Schweröle, Bitumen etc. zerlegt wird. Durch weitere Destillationen, Reinigungen und chemische Veränderungen werden aus diesen Substanzen Endprodukte wie etwa Kfz-Benzin, Flugbenzin, Schmieröl, Heizöl usw. hergestellt. In der Rangliste der hergestellten Substanzen liegt Heizöl mit 57,5 Prozent in Deutschland vorne, gefolgt von Benzin (17,1 Prozent), Diesel (10,9 Prozent) , Bitumen (4,7 Prozent) und Raffineriegas (4,2 Prozent).

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